Es ist schön, eine Webseite zu haben aber wie erfährt man, wer die Seite und wie oft besucht?

Es gibt einige Möglichkeiten das zu tun. Wichtig ist die Entscheidung, wer bei diesem Protokoll mitlesen darf:

  • Niemand (dann muss man die Serverprotokolle auswerten)
  • WordPress (dann liest keine Suchmaschine mit aber eines von vielen PlugIns)
  • Google oder andere Suchmaschinen (dann kennt die Suchmaschine Dein Web ganz genau und kann Deine Seite im Index optimal einordnen)

Wenn ein Auswertedienst wie der von Google mitlesen kann, weiß dieser Dienst nicht nur bestens über das Benutzerverhalten Bescheid, man kann diese Kooperation durch Integration von Werbung auf der eigenen Seite ausbauen.

Auswertung der Serverprotokolle

Zunächst ist es gut zu wissen, dass jeder Zugriff auf Deine Seite von unserem Server protokolliert wird. Wenn Du im WebsitePanel den Dateimanager öffnest und dort Deine Webseite betrittst, siehst Du drei Ordner: logs, data und wwwroot. In wwwroot werden die Dateien gespeichert, die publiziert werden sollen (auf diese Daten hat der Besucher Zugriff), data ist ein Verzeichnis mit Schreibrechten für die Besucher und logs ist ein Verzeichnis, das einen Ordner mit der ID für Deinen Server enthält und in diesem Ordner befinden sich .cab-Dateien, je eine für jeden Tag. Und injeder .cab-Datei ist eine -log-Datei mit allen Zugriffen auf Dein Web. Jede Zeile repräsentiert einen Zugriff auf ein Objekt.

Und eine Webseite besteht fast immer aus mehr als einem Objekt, Das erste Objekt ist immer die Seite selbst, dann gibt es aber noch Style-Sheets, Scripts, Bilder, Videos oder Frames. Es können auch erstaunlich viele sein, auch mehr als Hundert.

Jede Zeile ist gleich aufgebaut und besteht aus Datum, WebID; IP des Servers, das Zugriffsverfahren (z.B. GET), der genaus URL des Objekt, dem Status, IP des Besuchers, Zugriffsprotokoll, Browsertype inklusive Angabe zu Betriebssystem), Anzahl der abgerufenen Bytes. Mehr als die IP, den Browser und das Betriebssystem erfährt man also nicht vom Besucher.

Diese Dateien kann man auswerten und unser Statistik-Programm macht das auch. Aber erst ab dem Zeitpunkt, an dem man es aktiviert.

Im WebSitePanel gibt es den Menüpunkt “Advanced Web Statistics” und dort muss man die eigene Seite hinzufügen. Danach kann man die hübschen Zugriffsstatistiken für die eigene Seite anschauen. Beschrieben wird das hier: http://d.pcnews.at/_pdf/n1380008.pdf (Seite 16). und so schaut eine solche Auswertung grafisch aus:

bild1

PlugIn JetPack

Wir können davon ausgehen, dass die allermeisten Webs mit WordPress realisiert werden und daher die Installation eines PlugIns keinen großen Aufwand bedeutet. Das JetPack ist eine große Sammlung von PlugIns, von denen die “Website-Statistiken” nur eine ist. Die beiden folgenden Bilder zeigen die Webstatistiken von http://tagebuch.ewkil.at tageweise (oben) und wochenweise (unten). Die Schwankungen hängen damit zusammen, dass es bei dieser Seite um Berichte geht, die in unregelmäßigen Abständen publiziert werden. Je nachdem, wie interessant ein solcher Beitrag gelingt, kommt es zu mehr oder weniger Interaktion. Einen Spitzenwert erzielte das Web im Juli 2016.

jetpack_day jetpack_month

Da ich auch wissen wollte, welcher Beitrag das genau war, kann ich berichten, dass man das auch herausfinden kann. Man klickt in der Tagesstatistik (Bild oben) auf einen Tag und erhält folgenden URL:

http://tagebuch.ewkil.at/wp-admin/admin.php?page=stats&day=2016-07-07

Und den Parameter day= kann man schrittweise verändern und sieht welche Beiträge diese Spitzenwerte erreichen. Einigermaßen überraschend war es der Beitrag mit nur einem Foto, einer Collage mit Bildern aus dem Inneren des neuen Rapid-Stadions:

http://tagebuch.ewkil.at/2016/07/stadion-einblicke-fotos-hannes/ (>1200)

PlugIn WP Statistics

Aber die Statistiken des JetPack sind nur eine einfache Möglichkeit. Viel weiter geht das PlugIn WP  Statistics. Hier eine Darstellung aus dem Web https://clubcomputer.at.

wpstat

Google Webmaster Tools

Die Erfolgsstory von Google beruht auf eine Kooperation mit den Webmastern des Internet. Unabhängig von der angewendeten Technik, also WordPress. DotnetNuke, Drupal, Typo3… ist die statistische Auswertung beliebig vieler Webs auf einer einzigen zusammenfassenden Seite möglich. Die erste Stufe zu dieser Statistik sind die so genannten Google Webmaster-Tools.

Wichtig zu wissen ist, wie man sein eigenes Web durch die Webmaster-Tools verwalten lassen kann. Start ist die Seite

https://www.google.com/webmasters/tools/home?hl=de

Property hinzufügen

Website: http://tagebuch.ewkil.at

Damit Google weiß, dass Du der Besitzer des Webs bist, musst Du das nachweisen. Und dazu gibt es mehrere Methoden:

  1. Man kopiert eine Datei mit einem passwortartigen einmaligen Namen in das Wurzelverzeichnis des eigenen Webs (empfohlen)
  2. Man fügt ein Meta-Tag in die zu protokollierende Seite(n) ein
  3. Man fügt einen vorgegebenen DNS-Eintrag (dauert einige Zeit, bis dieser Eintrag sich im Web verbreitet hat, max. 24 Stunden)
  4. Man verwendet ein bestehende Konto von Google-Analytics

Die einfachste Methode ist die erste. Man muss nur im Auge behalten, dass diese Datei nicht beim “Ordnung machen” versehentlich gelöscht wird. Nach dem Upload der Datei klickt man auf “Bestätigen”. Wie bei allen Statistiken dauert es einige Zeit, bis überhaupt Daten gesammelt worden sind. Geduld ist also angesagt.

google_webmaster

Das Bild zeit die erste (von sehr vielen) Auswertungsseiten des Webs http://pcnews.at. Beunruhigend ist, dass es 585 nicht gefundene Seiten gibt. Man muss diese Zahl aber mit der Gesamtzahl der Seiten von mehr als 12.000 sehen. Dem muss man aber nachgehen.

Über den Link “Andere Ressourcen” findet man eine große Zahl von Anregungen, die eigenen Seiten zu optimieren.

In der Webmaster Academy kann man einen dreiteiligen Kurs (je eine Arbeitsstunde) absolvieren, der eine Einführung in die Suchmaschinenoptimierung gibt.

Mit PageSpeed Insights bekommt man zahlreich Tipps, wie man die eigene Website beschleunigen kann. Nach meinem Eindruck wäre das aber eher von den Entwicklern der Themen von WordPress zu absolvieren und nicht vom Anwender. Ich bin gespannt, ob das neue Thema “Twenty Seventeen”, das am 7. Dezember erscheinen soll, diese Performance-Hemmer beseitigen wird.

Google My Business zeigt, wie man sein Unternehmen bei Google präsentiert, damit es in der Google Suche als solches ausgewiesen wird.

Im Google Merchant Center kann man eigene Produkte hochladen und in Google Shopping verfügbar machen.

Google Analytics

Die Krönung auf dem Gebiet der Web-Statistiken ist aber Google Analytics: https://www.google.com/analytics/. Das zentrale Element einer Seite, die unter Beobachtung von Google Analytics steht, ist ein Code-Fragment, das in jede zu überwachende Seite einzufügen ist.

In WordPress-Umgebungen gibt es zahlreiche PlugIns, die diese einfache Übung ausführen. Ein weit verbreitetes PlugIn ist “Google Analytics by MonsterInsights”. Man identifiziert sich mit seinem Google Account, erhält von diesem einen Code, den man in das PlugIn eingibt und damit ist die Verbindung fixiert. Ebenso wäre es möglich den von Google Analytics generierten Kode händisch einzugeben.

analytics

Diese Bild ist nur stellvertretend für die zahlreichen Auswertungsmöglichkeiten von Google-Analytics. Man muss auch im Auge behalten, dass hier auch Werbemaßnahmen (AdWords ) mit den Grafiken von Analytics miteinander verknüpft werden können.

Der Vorteil der Einbettung der Google-Technologien in die eigenen Seiten liegt vermutlich im “eine Hand wäscht die andere”-Prinzip. Du gewährst mit einen Einblick in Dein Userverhalten und ich zeige Dir dafür alles, was Du über Deine Benutzer erfahren kannst.

Da wir weiters wissen, dass das Page-Ranking bei Google aus mehr als Hundert verschiedenen Aspekten gebildet wird, wird wohl auch die Kooperationsbereitschaft eines Webmasters in dieses Ranking eingehen. Ein Web, das bei Google ein “unbeschriebenes Blatt” ist, hat weniger Chancen auf eine bessere Bewertung als ein Web, das den einschlägigen Google-Diensten bekannt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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