Vorbemerkung

Der OneDrive (früher SkyDrive) hat schon eine längere Geschichte und die heutige Integration in das Betriebssystem ist etwas anders als es früher der Fall war. Wenn man also nach Beschreibungen im Internet sucht, sollte man genau auf das Datum achten, denn ältere Beschreibungen sind nicht mehr in allen Punkten zutreffend. Das Symbol rechts ist das Programmsymbol des OneDrive im Starmenü.

Was ist OneDrive?

OneDrive ist ein Ordner am PC, der im Verzeichnisbaum des Navigationsmenüs an prominenter Stelle ganz oben angeordnet ist. Der reale Pfad ist c:\users\franz\onedrive. Alles, was sich in diesem Ordner befindet, wird in die Microsoft-Cloud repliziert, vorausgesetzt, man arbeitet mit einem Microsoft-Email-Konto (das ist heute der Defaultfall).  Es gibt von allen Inhalten ein Duplikat im Internet. Daher kann man auf diese Inhalte auch auf anderen Geräten nutzen. Meldet man sich auf einem anderen PC mit demselben Microsoft-Konto an, werden diese Daten auf diesem Zweit-PC repliziert, es sei denn, man trifft über das Kontext-Menü “Zu synchronisierende Ordner wählen” eine andere Entscheidung.

Wie ruft man den OneDrive auf?

Im Normalfall gar nicht, denn der OneDrive startet als Dienst ganz automatisch. Man kann seine Funktion in der Taskleiste kontrollieren. Im Bild sieht man die Tasks auf meinem Rechner, gruppiert die Tasks, die etwas mit der Internet-Verbindung zu tun haben. Vlnr.: Resilio-Sync, OneDrive (unterstrichen), OwnCloud (cc-drive), Netzwerk.Google Drive, DropBox, Team Viewer, Netzwerk.

Im Synchronfall hat der OneDrive so wie die OwnCloud (cc-drive) ein grünes Hackerl aber auf meinem PC hat der OneDrive immer was zu tun. In der obigen Leiste ist der OneDrive gerade mit einer größeren Synchronisation beschäftigt.

Maus überfahren

Fährt man mit der Maus über das OneDrive-Symbol in der Taskleiste, sieht man die momentane Aktivität. Derzeit wurden 155 GB von insgesamt 345,5 GB upgeloadet. Die Geschwindigkeit ist langsam (418 kB/s). Ab etwa 20:00 erreicht man hier bis 5 MB/s.

Maus Linksklick

Mit einem Linksklick auf das Symbol sieht man, was gerade getan wird.

Das Ordnersymbol oben am Kontextfenster öffnet den OneDrive-Ordner, das Zahnradsymbol öffnet die Einstellungen.

Maus Rechtsklick

öffnet das Kontextmenü

Auch aus dem Kontextmenü geht es zu den Einstellungen aber man kann dort auch die “Synchronisierung anhalten” und wieder starten. Wenn man andere wichtige Dinge über die Leitung transportieren muss, kann der OneDrive auch einmal warten. Über “Speicher verwalten” kommt man zur Online-Darstellung der größten Dateien. “Online anzeigen” zeigt die Dateien im Browser und “Ihren OneDrive-Ordner öffnen” zeigt die Daten am Desktop.

Die Zeile “Synchronisierung anhalten” erlaubt eine Unterbrechung der Synchronisation für 2, 8 oder 24 Stunden. Man sieht, dass länger dauernde Synchronisierungen nicht unüblich sind. Meine Anbindung erlaubt am Tag etwa zwischen 300 und 500 kByte/s und ab etwa 19:00 zwischen 3 und 5 MByte/s, was immerhin bis zu 50 MBit/s entspricht. Bei längeren Synchronisationen schalte ich also den PC in den Nachtstunden nie ab, um die dann viel höhere Übertragungsgeschwindigkeit zu nutzen.

Desktop-Ansicht

Das folgende Bild ist eine kleine Fotomontage:

Man sieht meinen OneDrive-Ordner. Dieser Ordner schaut wie alle anderen aus. Aber bei jedem Objekt sollte – wie in der untersten Symbolreihe (montiert) – ein zusätzliches Symbol andeuten, in welchem Status sich diese Datei gerade befindet. Grüne Hackerln bedeuten “synchronisiert, upgeloadet”, rote Kreuze deuten einen Fehler an und dann gibt es noch ein Symbol für einen “Upload in Progress”.

Aber bei mir sind diese Hinweissymbole auf allen Clients verschwunden. Es dürfte sich um einen Fehler im Zusammenspiel zwischen OneDrive und Explorer handeln. Anfangs hat mich das beunruhigt und ich bin auf Fehlersuche gegangen. Und es gibt einige Vorschläge, wie man die Symbole wiederherstellen kann. Ich habe schließlich auf eine Wiederherstellung verzichtet, denn wenn beim zentralen Symbol in der Taskleiste das grüne Hackerl erscheint, ist alles synchronisiert, das genügt mir.

Der OneDrive-Ordner im rechten Verzeichnisbaum und jedes Objekt auf der rechten Seite (Datei oder Ordner) haben im Kontextmenü zusätzliche Einträge.

Kontext OneDrive-Objekt (Datei oder Ordner)

  • Einen OneDrive-Link freigeben: speichert einen Link in der Zwischenablage
  • Weitere OneDrive-Freigabeoptionen: zeigt Freigabeoptionen im Browser
  • Online anzeigen: zeigt den Ordner oder die Datei im Browser (Cloudansicht)
  • Zu synchronisierende OneDrive-Ordner wählen

Kontext OneDrive-Ordner

  • Ordner anzeigen: zeigt das Wurzelverzeichnis im Browser (Cloudansicht)
  • Zu synchronisierende OneDrive-Ordner wählen

Der letzte Punkt in beiden Kontextmenüs ist wichtig, denn er zeigt, welche Ordner es insgesamt in der Cloud gibt und welche davon am Desktop repliziert werden. So schaut dieser Menüpunkt bei mir aus:

Man sieht, dass mit Ausnahme des Ordners _Florian_Music alles andere repliziert wird. Man hat ganz oben in dem Fenster eine Checkbox, mit der alles ohne Ausnahme synchronisiert werden kann.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Darstellung am Desktop früher eine andere war. Früher sah man alle Objekte des OneDrive am Desktop und es gab eine eigene Hinweisspalte, die mit “offline verfügbar” angezeigt hat, ob sich das Objekt am PC befindet. Das Problem dürfte gewesen sein, dass man diese Hinweisspalte nur in der Detail-Ansicht gesehen hat, nicht aber in den anderen Darstellungsformen für den Inhalt und daher dürfte dieser Mechanismus verschwunden sein.

Da man auf jedem Endgerät etwas anderes synchronisieren kann, schaut der Inhalt des OneDrive-Ordners auf jedem Endgerät eventuell anders aus.

Anfangszustand

Wenn man den OneDrive-Ordner erstmals öffnet, findet man die Ordner:

  • Bilder
  • Dokumente
  • Musik
  • Öffentlich

Man kann beliebige weitere Ordner hinzufügen.

Einstellungen

Über das Kontextmenü des Symbols in der Taskleiste kommt man zu den Einstellungen:

Einerseits kann man hier  den OneDrive automatisch starten lassen (das ist die Standardeinstellung), man kann aber auch alle Dateien auf dem PC (unabhängig davon, ob sie sich im OneDrive befinden) von anderen PCs verfügbar machen. Notwendig ist nur, dass der PC eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist. Auf dem anderen PC öffnet man einen Browser, meldet sich mit demselben Microsoft-Konto auf onedrive.live.com an und findet dort unter dem Punkt “PC” eine Liste der mit diesem Konto verbundenen PC und kann dann dort die Dateien dieses PCs abrufen. Näheres siehe im Artikel Abrufen von Dateien auf Ihrem PC.

Das ist eine außergewöhnliche Funktion, die lokale Daten (nicht nur die im OneDrive) wie bei einem Server für alle anderen Geräte verfügbar macht.

Konto

Die Registerkarte Konto zeigt die Belegung des OneDrive und bietet mit “Ordner wählen” auch einen Link zur Ordnerauswahl. Dieser Button ist identisch mit der Kontext-Menü-Funktion Zu synchronisierende OneDrive-Ordner wählen.

Automatisch speichern

Hier wird festgelegt, ob zum Speichern von Dokumenten und/oder Bildern der Ordner außerhalb oder innerhalb des OneDrive-Ordners verwendet werden soll.

Netzwerk

In der Karteikarte “Netzwerk” kann man die Übertragungsgeschwindigkeit begrenzen oder den Upload “Automatisch anpassen” lassen, damit andere Anwendungen nicht total blockiert werden.

Office

Zu diesen Checkboxen kann ich nicht viel sagen, weil die verfügbaren Links ins Nichts führen und man keine weiteren Informationen bekommt.

Info

Verhalten des OneDrive-Ordners

Beim täglichen Arbeiten mit Dateien im OneDrive-Ordner kann ich keine Besonderheiten feststellen. Was in den OneDrive-Ordner gelangt, wird repliziert. Man muss diesem Vorgang aber die erforderliche Zeit einräumen.

Ich habe mir aber angewöhnt, große Office-Dokumente vor der Bearbeitung auf den Desktop zu replizieren, damit nicht eventuelle Uploads in die Cloud das Arbeiten unnötig verlangsamen. Nach der Bearbeitung speichere ich die Dateien wieder zurück.

Schaltet man den PC ein und scheint bereits alles wieder hochgefahren zu sein, kann es beim OneDrive-Symbol in der Taskleiste noch etwas dauern. Der OneDrive-Ordner ist davon nicht betroffen aber das Hintergrundprogramm orientiert sich über den Replikationsstand zwischen PC und Cloud erst nachdem das erledigt ist, erscheint entweder das makellos-weiße Cloudsymbol oder es kommt wieder der Replikationsmechanismus setzt seine Arbeit fort und meldet das mit einem kleinen Blitz im Symbol. Und natürlich hängt alles vom Volumen ab, das in der Cloud gespeichert ist.

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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