Nachdem die alte Festplatte mit 35.000 Betriebsstunden schon als ziemlich betagt einzustufen war, wurde kurzerhand eine neue gekauft, um einem Ausfall während des Betriebs zuvorzukommen. Ich habe diesen Einbau nicht selbst durchgeführt sondern die Profis bei techbold haben das gemacht. Es ist mir aufgefallen, dass sie nach Hardware-Reparaturen diverse Testprogramme laufen lassen, die eine gewisse Sicherheit bieten, dass die Hardwareänderung erfolgreich war. Über solche Programme werden wir hier noch berichten.

Die alte Platte hatte den Laufwerksbuchstaben S:, die neue den Buchstaben D:. Die neue Platte war darüber hinaus auf eine zweite, gleich große gespiegelt.

Schritt 1: Daten kopieren

Ich bin ein schlichter Anwender und wenn ich was kopiere, dann kopiere ich Dateien, bestenfalls ZIP-Archive. Ich habe mir aber sagen lassen, dass es bedeuten schneller wäre, die Festplatte als Ganze zu übertragen. Ich habe das schließlich nicht gemacht, möchte aber die mir empfohlenen Programme nennen:

  1. Drive Snapshot (40,- Euro)
  2. Paragon Drive Copy (30,- Euro)

Das Programm Drive Snapshot kann man einen Monat lang kostenlos testen. Wenn man also eine solche Aktivität nur einmal durchführen will, dann wäre das eine billige Lösung. Wolfgang Kremser hat uns über das Programm Drive Snapshot einen Bericht überlassen, der an dieser Stelle publiziert werden wird.

Ich habe also dieses “Laufwerk-Als-Ganzes-Kopieren” vermieden. Es ist nicht empfehlenswert diese Datenmengen mit dem Windows-Explorer oder mit dem einfachen COPY-Befehl durchzuführen. Stattdessen empfiehlt sich ROBOCOPY, um alle Dateien von S: nach D: zu kopieren. Bei 3 TB kann man schon einmal zwei Tage einplanen. Der zugehörige Befehl lautet:

ROBOCOPY S:\ D:\ *.* /MIR /COPYALL /R:0 /W:3

Diese Zeile kann man immer wieder anwenden, wenn es um das wiederholte Synchronisieren von Laufwerken oder Pfaden geht. Bei der ersten Anwendung wird kopiert, bei den folgenden Anwendungen werden nur mehr Änderungen verarbeitet. Die einzelnen Teile bedeuten

S:\      Quelle
D:\      Ziel
*.*      Alle Dateien
/MIR     Spiegelung (Änderungen in beiden Richtungen berücksichtigen)
/COPYALL Alle Dateiinformationen kopieren
/R:0     Keine Wiederholungen bei fehlerhaften Dateien
/W:3     Wartezeit zwischen Wiederholungsversuchen

Schritt 2: Festplatten umbenennen

Nachdem das erledigt war, mussten die Laufwerksbuchstaben geändert werden, damit die neue Platte D: die früheren Aufgaben der betagten Platte S: übernehmen konnte, also

  • Platte 1: von S: auf T: und dann
  • Platte 2: von D: auf S:

Klingt einfach, ist es aber nicht, denn das System bringt beim Umbenennen der ersten Platte eine ziemlich nichtssagende Fehlermeldung “Falscher Parameter”. Da hat sich ein Programmierer wieder etwas Tolles einfallen lassen!

Eine Suche nach aktiven Programmen, die auf der alten S:-Platte Dateien geöffnet haben, war ergebnislos. Alle Programme aus der Taskleiste wurden beendet, doch der Fehler blieb.

Schließlich stellte sich heraus, dass ich bei der Einrichtung auf der S:-Platte dort eine Auslagerungsdatei angelegt hatte und diese sperrte offenbar den Drive. Auslagerungsdatei auf S: über Windows-X -> System -> Erweiterte Systemeinstellungen -> Leistung -> Einstellungen -> Erweitert -> Virtueller Arbeitsspeicher -> Ändern. Das war’s! Jetzt konnte die Änderung der Laufwerksbuchstaben durchgeführt werden und das System startete wieder fehlerfrei:

Fast!

Während die DropBox und der Google-Drive mit der Änderung problemlos zurecht kamen, beschwerte sich OneDrive, dass der OneDrive-Ordner entfernt worden wäre. Möglicherweise beruht das darauf, dass OneDrive nicht mit dem Pfad arbeitet sondern mit damit verknüpften, aber dem Benutzer unsichtbaren Hash-Werten arbeitet und die sind dann natürlich für jeden Pfad andere, wenn sich die Hardware verändert.

Man wird daher beim OneDrive eingeladen, sich neu anzumelden und einige Parameter neu anzugeben. Warum man das tun muss, ist mir unklar, denn ich habe mich ja bereits am PC mit eben diesen Daten angemeldet, das sollte doch genügen. Jetzt muss man im weiteren Verlauf aufpassen, nicht das vorgeschlagene Standardverzeichnis zu wählen sondern das bereits bestehende Verzeichnis auf S:. Das Programm OneDrive stellt nun fest, dass dort schon Dateien enthalten sind und bietet an, diese Dateien mit den bestehenden Dateien in OneDrive zusammenzuführen. Das wurde auch akzeptiert, allerdings ist die danach folgende “Nachdenkzeit” des OneDrive beachtlich. Damit wäre alles erledigt, alles läuft auf einer ganz neuen Platte!

Schritt 3: Verwendung einer alten Platte

Die Frage ist, was mit der betagten Platte geschehen soll. Lässt man sie weiter in Betrieb, wird sie früher oder später kaputt gehen. Ich habe mich daher dazu entschlossen, das dort vorhandene Datenduplikat zu belassen und die Festplatte abzuschalten. Von Zeit zu Zeit werde ich die dortigen Daten aktualisieren und damit die Festplatte schonen und sie dem Endzweck einer Zweitsicherung zuführen.

 

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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