Nachlese nach einem Vortrag von Dozent Dr. Gerhard Vöhr am 6.2.2018

Für uns Techniker ist die Herstellung eines Produkts das Problem. Dass es dann auch jemanden geben muss, der das Produkt verkauft, haben wir gerne als etwas Zweitrangiges gesehen. Techniker entwickeln gerne interessate Dinge und fragen sich nachher, ob das jemand brauchen kann. Unternehmen machen das aber genau umgekehrt, sie erkunden den Bedarf der Kunden und fertigen danach das Produkt.

Marketing umfasst den gesamten inneren und äußeren Prozess, der zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens führt. Ich selbst sage gerne “Vermarktung”, aber unser Vortragender hat diese vereinfachende Übersetzung entschieden abgelehnt, denn Marketing wäre ein bedeutend umfassenderer Begriff.

Definition von Marketing

“Marketing wird als ein sozialer und betriebswirtschaftlicher Prozess definiert, durch den Einzelne und Gruppen das erhalten, was sie benötigen und wollen, durch die Schaffung und den Austausch von Produkten und Werten mit anderen.” (Kotler/Armstrong 1998, S. 3)

Eine Hilfe zum Verständnis dieser Definition, sind die Folien, die Gerhard für seinen Vortrag benutzt hat und die auf seiner Homepage als PDF-Dokument downgloadet werden können.

Teil 1: Marketing Grundlagen (PDF)

Wahrscheinlich hat es Marketing ansatzweise auch schon in den früheren Wirtschaftsepochen gegeben (siehe Folie 4), doch in seiner vollen Bedeutungsbreite entfaltet hat sich Marketing ab den 1990er Jahren. Während früher die Herstellung eines Produkts das Problem war, hat sich das durch die modernen Technologien gewandelt. Nicht die Herstellung der Produkte ist das Problem sondern der Umstand, welches der zahlreich angebotenen Produkte der Käufer schließlich auswählt. (Folie 4)

4P-Modell

Nach einer Definition aus den 1960er Jahren kann der Markting-Begriff im so genannten 4P-Modell in die Bereiche Product (Produkt), Place (Distribution), Price (Preis) und Promotion (Kommuniaktion) aufgeteilt werden (Folie 6). Dieses Modell findet im Dienstleistungsmarketing eine Erweiterung im 7P-Modell (Folie 7).

Marketing versucht, Grundbedüftnisse des Menschen zu befriedigen (Folien 14 und 15). Man kauft nicht eine Uhr, um pünktlich zu sein, sondern mit der Uhr seinen Status auszudrücken. Gerhard erklärte, dass in vielen Uhren praktisch dasselbe Uhrwerk seinen Dienst versieht und das gelte auch für viele Komponenten im Handy und anderen Geräten. Was also die Funktionalität anlangt, unterschieden sich viele Produkte gar nicht, wohl aber darin, welche Käuferschicht sie ansprechen wollen.

Teil 2: Kommunikation (PDF)

Das uns Nachrichtentechnikern geläufige Modell der Informationsübertragung hat ein nicht ganz unähnliche Entsprechung im Marketing (Folien 2,3,4). Botschaften werden durch Werbeprofis kodiert und werden beim Empfänger dekodiert.

Als Instrumente unterscheidet man solche “Above-the-line”, die also klar als Werbung erkennbar sind und solche, die “Below-the-line” agieren, die also nicht unbedingt als Werbemaßnahme erkennbar sind. (Folie 9)

Die Wirksamkeit von Werbung wird im AIDA-Modell beschrieben, in den Phase Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Verlangen), Action (Aktion). Folie 22,34. Da die Action, also letztlich der Kauf als schmerklich empfunden wird, wird dieser Schritt möglichst abgekürzt (Verwendung von Kreditkarten, One-Klick-Buying).

Unterlagen auf der Homepage des Vortragenden

Unterlagen bei ClubComputer

 

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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