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    • Erich Pekar
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      #36160 |

      http://derstandard.at/2000047233839/ORF-beteiligt-sich-nicht-an-Digitalradio-DAB

      Wrabetz: Absage gilt auch für den Fall, dass sich ORS an Ausschreibung beteiligt – Entscheidung bei ORS noch nicht gefallen – ORF-General sieht Zukunft in Streamingboxen
      Der ORF wird seine Radioprogramme nicht im Digitalstandard DAB+ ausstrahlen, kündigte ORF-Chef Alexander Wrabetz Mittwoch im Publikumsrat an – jedenfalls nach geltender Gesetzeslage.

      Die Absage gelte auch für den Fall, dass die ORF-Sendetocher ORS sich 2017 bei der Ausschreibung von DAB+ bewirbt, so Wrabetz. Es gebe derzeit keine sinnvollen Rahmenbedingungen.

      Die ORS sei durch die ORF-Absage aber in einer “diffizilen Situation”, weil sie ein Angebot nur abgeben könne, wenn ihr auch genügend Sender die Frequenzen abnehmen. Bei einer Nicht-Teilnahme an der Ausschreibung allerdings würden “automatisch ausländische Anbieter in den Markt hereinkommen”.
      Wrabetz sieht die Radio-Zukunft aber ohnehin in Audioboxen, die über W-LAN und Mobilfunk Radioprogramme streamen.

      Für Wrabetz sprechen auch technische und finanzielle Gründe gegen DAB+. Der Standard biete keine besser Audioqualität, die Mindestfeldstärke reiche nicht für guten Empfang in Häusern und die Tunnelversorgung sei ungeklärt. Außerdem habe der ORF kein Geld für eine teure Parallelausstrahlung von UKW und DAB+. Auch aus Programmsicht mache DAB+ für den ORF keinen Sinn, da es nicht gestattet sei, zusätzliche Programme oder Programmvariationen anzubieten. Von den Publikumsräten wurde die ORF-Entscheidung weitgehend begrüßt.

      Vermutlich eine nicht ganz falsche Entscheidung des ORF.
      Wenn Wrabetz’ Zukunft des Radios allerdings irgendwann auch die Abschaltung von UKW-Rundfunk beinhalten würde, könnte das doch ein Fehler sein.
      So war schon die Abschaltung (und Zerstörung) des Mittelwellensenders ein Fehler, denn ein zentraler Radio-Sender lässt sich im Falle von langem Stromausfall noch “relativ leicht”
      mittels Netzersatzaggregaten versorgen, die zahlreicheren – aber immer noch wenigen – UKW-Sender auch noch, die alle paar Kilometer anzutreffenden  sind,
      bzw. in städtischen Gebieten auf nahezu jedem 10. Hausdach befindlichen, Sender des Mobilfunknetzes aber gar nicht mehr.
      Im Falle eines großräumigen, längeren (einige Stunden, Tage), Stromausfalles, wird somit das Mobilnetz aus Gründen der schlagartigen Zunahme der Handy-Kommunikation unmittelbar
      nach Eintreten eines derartigen Ereignisses zusammenbrechen  und ist spätstens nach 2 Stunden wegen leerer Pufferakkus fehlender Energieversorgung der Sendestationen
      (aber auch der Infrastruktur des Netzes zum Transport der Informationen zum/von den Sendestationen) komplett außer Betrieb.
      Wenn daher nicht stets eine  Mindestversorgung mit energietechnisch “einfacher” flächendeckender terrestrischer Radioversorgung vorgesehen,
      und zur Sicherstellung der jederzeitigen Einsatzbereitschaft auch in Betrieb gehalten wird, so wird es im
      – hoffentlich nicht so bald eintretenden Katastrophenfall keinerlei Kommnuikationmöglichkeit des Staates (bzw. seiner Behörden)
      mit der Bevölkerung geben.
      Als ich vor einigen Jahren – anlässlich der ersten Meldungen zu DAB – in einem Mail an die ORS auf diese Bedenken aufmerksam machen wollte,
      wurde mir von dort versichert, dass sich die Fachleute dieses Problems durchaus bewusst seien und rechtzeitig an einer Lösung gearbeitet werden würde.
      Wenn das nicht nur das übliche “Abwimmeln” eines “Wichtig-Tuers” gewesen sein sollte, dann kann das eigentlich nur bedeuten,
      dass zufolge derzeit fehlender Alternativen im Notfall, an ein Abschalten des UKW-Radio in absehbarer Zeit nicht zu denken ist.
      Vielleicht ist die Entscheidung des ORF, nicht an DAB+ teilnehmen zu wollen, auch unter diesem Gesichtspunkt zu sehen.

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