Bei der Verkleinerung der PCNEWS-Redaktion im Jahr 2012 von 50 m² auf etwa 10 m² musste ich mich von einigen Dingen trennen. Doch ein Lautsprecherpaar von Sansui, etwa Baujahr 1975 hat es mir angetan. Die zugehörige Stereoanlage von Technics gibt es ebenso wie Technics selbst nicht mehr.

Damals

Damals, in den 1960er und 1970er Jahren opferte man einen großen Teil eines Wohnzimmerschranks für ein perfektes Klangerlebnis. Die Bauform war eine Bassreflexbox mit zwei Mitteltönern und zwei Hochtönern. Die Box hat einen linearen Frequenzgang und jede kann mit den Bässen ebenso gut umgehen wie mit den Mittellagen und Höhen. den Frequenzgang kann man justieren.

Um diesen prächtigen Nostalgie-Boxen eine kleine Aufgabe zu geben, verband ich sie mit der Soundkarte des PCs und spiele damit seither Musik aus längst vergangenen Tagen.

Heute

Durch die steigenden Quadratmeterpreise der Wohnungen, das abnehmende Interesse an HiFi und gleichzeitig zunehmende Interesse an WiFi sowie die sich ständig optimierende Technik wird dem HiFi heute nicht mehr so viel Stellplatz zugestanden.

Es ist auch heute nicht falsch, eine Box mit einem linearen Frequenzgang zu betreiben, was man aber heute aus vergleichsweise winzigen aktiven Lautsprecherboxen an Klang herausholen kann, ist bemerkenswert. Der Trick: nicht die Lautsprecher und der Verstärker müssen linear sein, sondern nur in ihrer Kombination muss es der Frequenzgang sein, und daher hilft der Verstärker, Mängel eines kleinen Boxenvolumens auszugleichen. Heute würde man sich also – auch schon aus Platzgründen, zum Beispiel eine BOSE-Kombination wie die folgende aufstellen:

Aktive Lautsprecher von Bose, drahtlos, WiFi, Bluetooth, Android-Fernsteuerung, 20×14 cm

Noch einen Trick wendet man an, um platzsparend eine tolle Basswiedergabe zu erzielen: man gibt die Bässe über einen speziellen Basslautsprecher (Subwoofer) aus. Da man bei den Bässen die Richtung nicht erkennen kann, genügt dafür ein Lautsprecher für beide Kanäle, den man auch an einem weniger prominenten Platz unterbringen kann. Die Boxen für die Stereo-Kanäle können dann noch kleiner sein und das Ganze wird auch von der Königin des Hauses besser akzeptiert.

Alexa, das neue Haustier

Vor zwei Jahren bekamen wir das neue “Haustier” Alexa. Auch dieses Multitalent kommt mit einem erstaunlich kleinen Volumen aus und produziert dabei beachtliche Bässe. Die Hardware zur Alexa nennt sich Echo Dot (klein), Echo, Echo plus (beste Klangqualität) uns Echo Show (fürs Nachtkastl). Mittlerweile gibt es schon die dritte Generation. “Alexa” heißt das voreingestellte Schlüsselwort (kann man ändern).

Jedes Echo-Gerät besitzt vier Tasten:

  • Lautsprecher lauter
  • Lautsprecher leiser
  • Mikrofon ein/aus
  • Konfiguration

Über den Sinn oder Unsinn von Alexa wurde schon an anderer Stelle berichtet. Hier soll es nur darum gehen, wie man die Alexa und die schönen alten Lautsprecher verbinden kann.

Echo Link & Echo Link Amp

Es war mein Wunsch, die Audio-Ausgabe

  • der Alexa,
  • des Handys und
  • des PCs

auf diese alten Lautsprecher umzulenken. Drahtlos natürlich. Und genau dazu gibt es die Produkte Echo Link (ohne eigenen Verstärker) und Echo Link Amp (inklusive 2×60 W Stereo-Verstärker).

Der Verstärker verfügt über Line-In und Line-Out, Ethernet-, Bluetooth und optischen Ausgang, sowie einen Subwoofer-Ausgang. Alle Einstellungen für die Balance, Höhen, Mittellagen und Bässe werden über die Alexa App vorgenommen. Nur die Lautstärke kann man auch manuell einstellen.

Die Alexa wird über WLAN gekoppelt

Der PC wird an den Lautsprecher über eine gewöhnliche Audio-Verbindung angeschlossen, das Handy wird über Bluetooth gekoppelt. Die Verbindung zu einem Alexa-Gerät erfolgt dadurch, dass man einen gemeinsamer Raum “Arbeitszimmer” definiert, in dem man bekannt gibt, welches Gerät die Audio-Ausgabe für diesen Raum übernehmen soll, in diesem Fall der Echo Link Amp. Diese Einstellungen nimmt man auf der Alexa Handy App vor.

Sagt man nun “Alexa, spiele Ö1 auf TuneIn im Arbeitszimmer”, erklingt der Sender über die 45 Jahre alten Boxen in einer beachtlichen Qualität. Ebenso kann man mit mehreren Echo-Geräten Musik in der ganzen Wohnung wiedergeben.

Schutz gegen unerwünschtes Mithören

Die Sprachsteuerung spaltet das Land, so wie es das Betriebssystem tut oder die Handy-Marke. Es gibt heute sehr viele Zeitgenossen, die meinen Internet-Banking wäre des Teufels. Eine Technologie ohne Nachteile scheint so etwas wie ein Perpetuum Mobile zu sein: es gibt sie nicht. Wir können die Technologie ablehnen oder versuchen, ihre Nachteile zu verstehen und möglicht zu vermeiden.

Die Sprachsteuerungen haben den gravierenden Nachteil, dass sie mithören, auch dann, wenn niemand das Schlüsselwort “Alexa” spricht. Ermittlungsbehörden könnte mit der Entwicklung der Alexa ein großer Gefallen getan worden sein, obwohl die Entwicklung selbst nicht vordergründig mit dieser Absicht erfolgt ist, aber wer weiß das schon?

Es könnte sich jedenfalls zum modernen guten Ton entwickeln, dass man eine Alexa im Wohnzimmer ausschaltet, wenn Gäste kommen.

Allerdings müsste man korrekterweise auch unsere Handies des unerlaubten Mithörens verdächtigen, das Potenzial dazu ist auch dort gegeben.

Was kann man aber im Alltag selbst tun, um das unerwünschte Mithören zu verhindern.

Schutz-1

Wenn man sicher sein will, dass bei der Alexa niemand mithört, zieht man am besten das Stromkabel.

Schutz-2

Vertraut man der Logik der eingebauten Schaltkreise und Programme, kann man auch über die Mikrofon-Taste das Mikrofon an einem Echo-Gerät ausschalten. Der Knopf leuchtet rot uns signalisiert damit, dass keine Aufzeichnung erfolgt. Will man etwas von der Alexa erfahren, muss man eben die Mikrofon-Taste betätigen.

Ob man glaubt, dass diese Taste das tut, was sie verspricht, nämlich das Mikrofon ausschalten, ist Vertrauenssache. Amazon wird aber des Mithörens beschuldigt. Was mich nun wundert, ist der Umstand, dass das offenbar noch niemand untersucht hat. Man müsste doch sehr einfach durch Analysieren des Datenverkehrs feststellen können, ob auch bei ausgeschaltetem Mikrofon Sprachdaten transportiert werden.

Schutz-3

Es geht noch besser: die Alexa befindet sich normalerweise an einem festen Platz, denn sie braucht ja eine Stromversorgung. Daher ist das Ein- und Ausschalten des Mikrofons nicht praktisch, weil man extra zur Alexa hingehen muss. Hier hilft eine zusätzliche Fernbedienung. Die Fernbedienung hat ihrerseits ebenfalls ein Mikrofon und eine Mikrofon-Taste. Man kann jetzt am Echo-Gerät das Mikrofon ausschalten. Mit der Mikrofontaste auf der Fernbedienung kann man dennoch einen Befehl absetzen. Das wäre die ideale Lösung, denn die Alexa ist in dieser Betriebsart grundsätzlich ausgeschaltet und wird nur aktiviert, wenn man an der Fernbedienung die Mikrofon-Taste drückt.

So war das ursprünglich gedacht, als wir 2017 die erste Alexa gekauft haben. Doch die weitere Entwicklung war eine andere und Amazon hat die Fernbedienung aus dem Programm genommen, sie ist derzeit nicht lieferbar. Wie man das nun deutet?

Es kann sein, dass es für die Fernbedienung zu wenig Interesse gab. Es kann aber auch sein, dass sich zu viele damit ausgerüstet haben und man zu wenig Daten für das Sprachtraining hatte. Jemand mit Fernbedieung, verwendet das Wort “Alexa” gar nicht, er drückt auf eine Taste. Oder entwickelt man bei Amazon eine neue Fernbedienung? Wer weiß das schon.

Will man derzeit die Alexa ohne Mithören nutzen, bleibt nur die Möglichkeit, das Mikrofon abzuschalten und vor dem Absetzen eines Befehl die Mikrofontaste zu klicken.

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Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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