Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit die Eigenschaften von Webanwendungen zu durchstöbern; es gibt immer wieder überraschende Neuigkeiten.

Cloud-Speicher ist kein Backup

Wie wir wissen, ist ein Cloud-Speicher kein Backup, weil er lokale Dateien mit der Webversion in beiden Richtungen synchronisiert. Verändert man etwas an der lokalen Datei, wird diese Änderung auch in der Cloud ausgeführt und umgekehrt. Das ist einerseits sehr praktisch, wenn mit mehreren Geräten gearbeitet wird, doch pflanzen sich Fehler auf diese Weise gleichermaßen fort, insbesondere auch eventuelle Verschlüsselungen durch Ransom-Ware. Ohne Backup ist man auf verlorenem Posten; außer man benutzt OneDrive!

Cloud-Speicher mit Verlaufkontrolle

Seit etwa einem Jahr bietet auch die Enduser-Version des OneDrive eine Versionsgeschichte für 30 Tage. Man kann alle Änderungen bis zu einem bestimmten früheren Bearbeitungstag und auch Bearbeitungszeitpunkt rückgängig machen. Sollte man also tatsächlich das Opfer eines solchen Angriffs geworden sein, setzt man den Rechner neu auf, verbindet sich zum OneDrive und synchronisiert auf einen Zeitpunkt vor dem Angriff.

Wiederherstellungsvorgang

Unter Einstellungen -> Optionen findet man den Menüpunkt “Ihr OneDrive wiederherstellen”. Dort kann man den Zeitraum Gestern, Vor einer Woche, vor drei Wochen und benutzerdefiniert mit Schieberegler festlegen auf den man den OneDrive zurücksetzen will. Alles, was blau markiert wurde, wird gelöscht, alles davor bleibt erhalten. Im Bild wurde der Schieberegler auf 7 Tage eingestellt und die letzte synchronisierte Version der Datei n163.pub um 20:54 wird verworfen (und damit alle Dateien bis zum heutigen Tag), die davor gespeicherten werden behalten.

Wenn also der Angriff in der letzten Woche stattgefunden hat, sind die Veränderungen gelöscht und man arbeitet mit der Version von vor 7 Tagen weiter.

Vorwarnsystem

Sollte ein Angriff mit Verschlüsselungssoftware erfolgen, wird man von Microsoft automatisch per Mail verständigt.

Voraussetzung

Damit diese Dateiwiederherstellung funktioniert, muss man Abonnent von Office 365 sein, der Default-Speicher (5 GB), den man bei der Einrichtung von Windows 10 kostenlos bekommt, besitzt diese Eigenschaft nicht.

  • Komplettes Office-Paket für bis zu 6 PCs (Familienmitglieder, früher 5)
  • 6 TB Cloud-Speicher (6 x 1 TB, früher 5 x 1 TB)
  • Kosten: 99 € pro Jahr

Für den Hausgebrauch (“Briefe schreiben”) braucht man eigentlich gar kein Office, weil man mit dem OneDrive die Web-Versionen von Word, Excel, PowerPoint und Outlook nutzen kann, auch auf einem Tablet.

Aber auch wenn man den Leistungsumfang des Microsoft Office gar nicht braucht, lohnt sich dieses Abo, allein wegen des gigantischen Cloud-Speichers. Um 1,40 Euro pro Monat bekommt man 1 TB Speicher. Das ist nicht schlecht! Bei Drop-Box kostet bei Jahreszahlung und Plus-Abo 1 TB 5 Euro und beim Professional-Abo 5,50 Euro. Der Google Drive ist viel teurer.

Als ein Nachteil des OneDrive-Speichers ist zu nennen, dass man die 6 TB nicht in einem Stück bekommt, sondern in 6 Teilen. Gedacht ist ja der Speicher für 5 unabhängige Arbeitsplätze also ideal für eine größere Familie.

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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