[Nach einem Vortrag von Franz Fiala beim Clubabend am 24.5.2018. Folien und Bilder]

Ich bin ein Facebook-Nutzer, kein Facebook-Profi. Ich benutzen Facebook als Visitenkate, als Chronik, als Kontaktplattform, als Werbemedium, als Vereinshomepage, einfach im Alltag.

In Facebook kann man passiver Konsument von Information sein oder auch aktiv Beitragender oder beides sein.

Unser Vorgängerclub PCC-TGM hat 1990 in der Ausgabe 17 dafür geworben, sich bei BTX anzumelden. Heute schlagen wir als ClubComputer vor, dass sich die Mitglieder in Facebook vernetzen und unsere Werbewirkung durch Teilen der Clubinformation verstärken.

Facebook bietet eine große Öffentlichkeit. Wer eine private Seite betreibt, weiß dass das Problem ist, die Besucher dazu zu bewegen, sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen, sich also zu registrieren und dann sich einzubringen. In Facebook sind viele Menschen bereits angemeldet, eine Anmeldung für sehr sehr viele Homepages. Statista publiziert, dass weltwei etwa 2.5 Milliarden Menschen auf Facebook registriert sind, in Österreich sollen es etwa 4 Millionen sein. (?)

In einem Artikel des FAZ wird beschrieben, wie gezielte Werbung auf Facebook (Microtargeting) den amerikanischen Wahlkampf beeinflusst hat. Man sollte also die Macht der Informationsflüsse in Facebook nicht unterschätzen. Vereinfacht gesagt haben die Facebook-User Trump zum Präsidenten gemacht.

Damit es aber nicht zu einer Art “Weltherrschaft der Dummen” kommt, sollten sich möglichst viele einbringen, um ein Gegengewicht zu bilden.

Facebook ist kostenlos

…weil Facebook sich über bezahlte Werbung finanziert, deren Grundlage die Benutzerdaten sind (Alter, Wohnort, Bildung, Beruf, Freunde, Publikationen…). Vergebührte und dann hoffentlich werbefreie Konten werden angedacht.

Internet außerhalb von Facebook

Werbung finanziert auch Seiten außerhalb von Facebook. Praktisch alle Webmaster fügen kleine JavaScript-Kodes in ihre Seiten ein und Google analysiert für sie die Besucherstruktur. Der Webmaster bekommt beste Information über seine Besucher, Google bekommt Informationen über die Besucher. Webmaster können auf ihren Seiten Werbung von Google einbauen, anderseits kann man bei Google auch Werbung zielgerichtet schalten. Besucher von Websites bekommen durch diese Kooperativen treffsichere Werbung angeboten.

Facebook entzieht nun diesen öffentlichen Internet-Seiten die Besucher, die sich vermehrt und viele überhaupt ausschließlich in Facebook aufhalten und andere Internetseiten nur sehr wenig besuchen. Das hat zur Folge, dass die allermeisten Firmen neben ihrer Homepage auch eine Facebook-Homepage betreiben. Dort publizieren sie aktuelle Neuigkeiten mit einem guten Bild aber auch mit einem Link auf den eigentlichen Inhalt außerhalb von Facebook, um den Interessenten genauere Information anzubieten.

Facebook-Imperium

Facebook umfasst mittlerweile sehr viele mehr oder weniger eigenständige Plattformen: Groups. WhatsApp, Messenger, Instagram und sicher viele andere auch. Facebook verzeichnet ine allen diesen Bereichen zwei- manchmal auch dreistellige Zuwachsraten.

Was ist Facebook eigentlich?

  • Homepage für Unternehmen, Projekte, Personen
  • Forum (Gruppe, verschachtelte Kommentare)
  • Blog für jedermann (Chronik, Tagebuch)
  • Feed-Reader (personalisierte Tageszeitung)
  • Bildarchiv, Videoarchiv
  • Chat
  • Messaging Dienst
  • Kostenlose Werbung durch Links auf Artikel außerhalb von Facebook
  • Werbemedium

Was kann Facebook nicht?

  • Keine Gestaltungsmöglichkeit
  • Adressaten nur Facebook-Benutzer
  • Fake-Konten, Fake-News
  • Anglikanische Regeln
  • Geo-Informationen ziemlich mangelhaft
  • Keine Verifizierungen von Benutzern

Facebook “Fach”-Vokabeln

  • Akteure: Ich • Familienmitglied • Enger Freund • Freund • Gruppe • Seite
  • Inhalte: NewsFeed (Startseite) • Chronik (timeline) • Profil  • Steckbrief • Aktivitätenprotokoll • Fotos und Alben • Chat • Messenger •  Apps •  Hashtag
  • Aktionen: gefällt mir (like) • kommentieren • teilen  (share) • abonnieren

Profil

Das Profil beschreibt einen Benutzer. Was man von sich zeigt, kann man genau einstellen. Was sieht jeder? Was sehen meine Freunde? Das Zentrum des Profils ist die Chronik, dazu kommen aber auch Fotos, das Aktivitätenprotokoll, ein Chat und ein Nachrichtendienst.

Startseite (NewsFeed)

Die Startseite zeigt in einem NewsFeed, was es Neues gibt. Der NewsFeed ist eine Folge von Artikeln von mir, von meinen Freunden, von meinen Gruppen und jener Seiten, mit denen ich befreundet bin

Facebook ist ein FeedReader

Facebook fasst verschiedenste Nachrichtenquellen in einem kontinuierlichen Nachrichtenstrom zusammen.

Freundschaften

Wenn man sich mit jemanden befreunden will, sendet man ihm eine Freundschaftsanfrage. Wird diese Freundschafsanfrage angenommen, erscheint man in des Freundes Freundesliste und bekommt alle Postings des Freundes zu sehen – und umgekehrt.

Facebook ist persönlicher als Twitter. Bis zu 5000 Freunden ist eine Beziehung wechselseitig, jeder sieht die Postings des anderen.

Aber man kann diese Postings des Freundes auch abschalten, indem man ihn nicht mehr abonniert. Befreundet bleibt man trotzdem.

Gruppe

Jeder kann eine Gruppe gründen. Die Gruppe dient zum Gedankenaustausch über ein Thema. Die Gruppe kann öffentlich, geschlossen oder geheim sein.

Seite

Eine Seite ist eine Homepage für

  • Lokales Unternehmen oder Ort
  • Unternehmen, Organisation oder Institution
  • Marke oder Produkt
  • Künstler, Band oder öffentliche Person
  • Unterhaltung
  • Guter Zweck oder Community

Man muss zuerst ein Facebook-Konto haben, und erst damit kann man dann eine Seite anlegen. Eine Seite ist daher an ein Benutzerkonto geknüpft. Ab diesem Zeitpunkt besitzt man zwei Identitäten; die des Benutzers und die der Seite. Bearbeitet man die Seite, kann man die Identität wechseln.

Technisches Konzept

Jede Facebook-Seite besteht aus JavaScript-Kode. Die Seiteninformation wird im JSON-Datenformat als Skript übergeben. Der HTML-Kode entsteht daher erst am Client, wenn das JavaScript-Programm die JSON-Daten liest und HTML-kodiert an den Browser übergibt. Daher verhalten sich Facebook-Seiten auch etwas anders als schlichte HTML-Seiten.

Alle Seiten bei Facebook (NewsFeed, Chronik, andere Liste) verwenden das Prinzip des endlosen Scrollens.

Aktivitätenprotokoll

Das Aktivitätenprotokoll ist eine Darstellung aller Aktivitäten in dem Facebook-Profil. Es ist in einer jahresweise strukturierten Timeline dargestellt.

Beiträge

Man muss nichts schreiben, wenn man das nicht will. Es genügt, ein paar interessante Seiten zu abonnieren, einige Freunde zu haben, den Rest erledigt Facebook. Man schlägt Facebook auf und sieht das Neueste vom Tage aus allen diesen Quellen und einigen Ergänzungen, die von Facebook stammen.

Wenn man aber einen Beitrag schreibt, dann sollte man wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Das einfachste ist es, wenn man Beiträge von anderen teilt, denn das ist das wichtigste Verbreitungsverfahren für Nachrichten. Damit erfahren auch alle Deine Freunde von diesem Thema.

Dann kann man anderen Beiträge auch mit “Gefällt mir” bewerten.

Wenn man selbst etwas sagen will, dann ist das Einfachste einen Text zu schreiben. Allerdings ist das für andere wenig interessant und wird leicht übersehen. Man kann den Text (oder auch gar keinen Text) mit einer Ortssngabe versehen, dann wissen die anderen, wo man ist. Aber das Wichtigste ist ein Bild. Ohne Bild ist es halb so interessant. Video geht natürlich auch.

Damit aber mehr Menschen als nur die eigenen Freunde den Beitrag sehen können, ist es günstig, auch alle Personen zu markieren, die bei der Aktivität mit dabei sind. Damit bekommen deren Freunde einen Hinweis, dass der Freund bei Deiner Aktivität dabei war. Das kann die Reichweise enorm erhöhen, speziell, wenn ein Freund dabei ist, der durch eine lange Freundesliste eine Multiplikatorfunktion hat.

Wer ungern selbst schreibt, kann dennoch sehr gute Artikel verfassen, indem er interessante Internet-Artikel postet. Das machen praktisch alle Seiten, weil Seiten über die Facebook-Community auf die Inhalte außerhalb von Facebook verweisen. Um auf solche externen Artikel zu verweisen, benötigt man einen Link zu diesem externen Inhalt. Das Bild und einen Kurztext holt sich Facebook ganz von allein.

Neuerdings gibt es große Schriften und andere Behübschungen. Davon wird aber ein dummer Artikel auch nicht besser, nur peinlicher. Leider dürfte die Schreiber diesbezüglich zu wenig negatives Feedback bekommen.

Reaktionen

Andere Leser Deines Artikels können auf diesen Artikel reagieren, in dem sie ihn mit “Gefällt mir” markieren oder indem sie mit einem Kommentar eine Diskussion beginnen oder indem sie den Artikel selbst teilen. Man kann aber einen unerwünschten Artikel auch aus dem eigenen NewsFeed entfernen oder überhaupt das Abo des Freundes abschalten.

Veranstaltungen

Jeder Benutzer kann eine Veranstaltung anlegen. ClubComputer legt die Clubabende als Veranstaltung an. Wir hoffen, dass sich uns neue Interessenten anschließen.

Jeder kann sich zu einer solchen Veranstaltung anmelden oder die als “Interessiert” markieren.

Personenerkennung

Facebook erkennt Gesichert und man kann in einem Bild den Namen vermerken, sofern der/diejenige im Facebook ein Konto hat.

Wer sieht einen Beitrag?

Man kann die Zielgruppe für einen Beitrag sehr genau einstellen, die Grundeinstellung ist aber “Öffentlich”, das können also alle sehen, die das Profil besuchen. Im Newsfeed haben es aber nur die Freunde.

Man kann aber die Freunde auf bestimmte Listen einschränken und sogar nur einer einzigen Person eine Nachricht senden.

Was bekommt man im Newsfeed zu sehen?

Ab einer gewissen Anzahl von Freunden/Gruppen/Seiten kann gar nicht alles angezeigt werden, also versucht Facebook eine Auswahl zu treffen.

Man kann aber Inhalte auch priorisieren, dann bekommt man die Inhalte ausgewählter Personen zuerst zu sehen.

Privatsphäre

Man kann festlegen, wer die Freundesliste/Seiten sehen kann. Man kann das Profil ganz zugeknöpft erscheinen lassen und nur mit einer kleinen, nicht öffentlichen Gruppe von Personen kommunizieren.

Seiten

Eine Seite ist eine Homepage für ein beliebiges Thema in Facebook. ClubComputer postet auf der Seite dieselben Artikel wie auch auf der Webseite aber in Kurzform mit einem Link zum vollständigen Artikel.

Man bekommt gemeldet, ob ein Artikel Aufmerksamkeit erregt und auch Empfehlungen, ob man eine Werbung schalten soll.

Anmeldung bei Facebook

Für die Anmeldung benötigt man nur eine E-Mail oder ein Handy.

Suche

Man kann nach Namen, nach Inhalten Hashtags sich und bei der Suche auf verschiedene Kriterien einschränken.

Kopie der Daten

Man kann ein Kopie aller Daten als HTML- oder als JSON-Kode downloaden. Ich mache das etwa einmal im Jahr.

Wie benutzt man Facebook?

  • Kritiker: kein Facebook-User
  • Karteileiche: registriert aber inaktiv
  • Voyeur: abonniert Seiten und und schaut sich die Inhalte an
  • Anonymous: Verwendet einen Fantasie-Namen oder einen veränderten Namen
  • Evaluierer: verteilt Likes und verhilft so Beiträgen zu mehr Popularität
  • Diskutant: kommentiert Beiträge. Achtung: wer zu viel nörgelt, wird abgedreht
  • Familienmensch: ist nur mit einer kleinen Gruppe befreundet und nutzt Facebook isoliert
  • Chronist: dokumentiert sein Leben
  • Exhibitionist: Selbstdarsteller
  • Hansdampf: Sammelt Freunde
  • Gratulant: mit ihm trifft man sich einmal im Jahr – zum Geburtstag
  • Fachsimpler: engagiert sich in Gruppen
  • Ideologe: vertritt eine Weltanschauung
  • Blogger: Publiziert eine Kurzfassung seiner Blogs in Facebook
  • Protagonist: beteiligt sich durch Teilen an der Verbreitung von Ideen
  • Webmaster: betreibt eine Seite und will Aufmerksamkeit für sein Produkt

Informationsblasen

  • Der News-Feed enthält keineswegs alle Mitteilungen, die publiziert werden
  • Facebook ermittelt aufgrund der eigenen Aktivitäten, was einem gefällt und was nicht
  • Man bekommt mehr von dem zu sehen, was man gerne hat

Was können Clubmitglieder tun?

  • Registrieren und mitmachen!
    • Anmelden
    • Befreunden mit Franz, Georgie, Werner, Roland, Franz, sowie mit ca. 60 anderen Clubmitgliedern
    • Seite „ClubComputer“, „Digital Society“ und „ccc.at“ liken
    • Gleichgesinnte im Bekanntenkreis einbeziehen
  • Beiträge und Veranstaltungen von ClubComputer durch „Likes“ und durch „Teilen“ populärer machen

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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