Die Jahreswende ist nach dem Advent Höhepunkt und Abschluss einer einnahmenstarken Zeit für die zahlreichen Standler, die uns rund um Silvester mit Glücksbringern versorgen, die wir dann an Freunde verteilen. 

Glücksbringer (Foto aus pixabay.com)

Ich habe den Eindruck, als ginge es mehr darum, den Menschen zu zeigen, dass man an sie denkt, als daran, dass man an die Wirksamkeit von Glücksbringern glaubt; und mit diesen Symbolen drückt man eben diese Wünsche aus.

Was davon objektiv zu halten ist und wie man erkennen kann, ob eine Sache oder Handlung wirken kann oder nicht, darüber wird uns am 3. März Florian Aigner in seinem Vortrag über “Wissenschaft und Blödsinn” berichten.

Wie Aberglaube mit der Funktionsweise unseres Gehirns zusammenhängt, erklärt wissenschaft.de in “Warum Aberglaube sinnvoll ist”.

Hier werden “Einzelfälle” zum Thema Glücksbringer vorgestellt:

Fall 1: Rosenquarz

In seinem Beitrag “Wer nichts weiß, muss alles glauben…” erwähnt Christian Zahler einen Rosenquarz, und dieses symbolische Ding soll noch etwas illustriert werden.

Was sagt edelsteine.net über einen Rosenquarz?

Rosenquarz ist ein besonders wichtiger Heilstein für das Herz. Denn er sorgt für Sensibilität und Romantik. Er ist der Stein für die Verliebten, denn er lässt Sehnsüchte und Wünsche wach werden. Besonders die Empfänglichkeit für Liebe wird durch den Rosenquarz gestärkt. Durch ihn schwebt der Verliebte noch einmal mehr auf Wolke Sieben. So ist es nicht verwunderlich, dass der Rosenquarz auch dafür sorgt, dass Beziehungsängste und Ängste um Unverständnis oder im Umgang mit anderen Menschen verschwinden. Das Herz öffnet sich und traut sich mehr, denn es bekommt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dadurch wirkt Rosenquarz auch beruhigend auf das Gemüt. Dieser Edelstein verleiht aber auch ein Gefühl von seelischer Verbundenheit mit seinem Partner und kommt so auch bei langjährigen Beziehungen zum Einsatz. Durch ihn kann eine Beziehung neue Harmonie und Einverständnis erlangen. Zudem steigert auch dieser Heilstein, wie der Rubin oder der Rhodochrosit, das Bedürfnis nach Sexualität. Der Rosenquarz tut dies jedoch auf eine sehr zärtliche und sensible Art. Bei Liebeskummer verhindert der Rosenquarz das Verschließen des Herzens, hilft beim Loslassen und mildert so das Leid. Die sanfte Wirkung des Rosenquarz` verleiht seinem Träger mehr Aufgeschlossenheit, er entwickelt Vertrauen für einen Neubeginn. So hilft der Edelstein auch, seelische Wunden zu heilen.

https://www.edelsteine.net/rosenquarz/

In einem Nachsatz steht, dass man den Rosenquarz einmal pro Woche mit fließendem, handwarmem Wasser “entladen” und dann mit einem Bergkristall wieder “aufladen” soll.

In der Wikipedia steht sehr viel über das Mineral “Rosenquarz” und es gibt auch die Abschnitte “Esoterik” und “Warnhinweis”. Zum Beispiel steht dort: “Weiterhin soll er schädliche Strahlungen (z. B. Wasseradern, Elektrosmog) absorbieren können. ”

Fall 2: Hufeisen

Niels Bohr hatte über seiner Eingangstür ein Hufeisen hängen.

Der – ebenfalls Nobelpreisträger – Wolfgang Pauli war darüber verwundert und fragte ihn, ob er daran glaube. Niels Bohr verneinte das entschieden, ergänzte aber, dass es auch jenen helfen soll, die nicht daran glauben.

Interessanterweise wird diese Erzählung von der Seite bibelstudium.de als Unterstützung für die Wirksamkeit von Glauben verwendet.

Fall 3: Alpaka-Bemmerln

Professor Heinz Oberhummer hatte immer Alpaka-Kot-Bemmerln als Glücksbringer bei sich (13 Stück in einer Dose), und auch er glaubte nicht an ihre Wirkung, benutze sie aber als „Türöffner“ in der Diskussion mit Esoterikern, weil er ihnen einen Aberglauben vorspielen konnte und sich damit als “einer von ihnen” zu erkennen gegeben hat.

Das Geheimnis seiner Alpaka-Zucht im Dunkelsteiner Wald waren aber die Bakterien, die sich in den Ausscheidungen dieser Tiere befinden. Es handelt sich um strahlenresistente Bakterien, die ziemlich wahrscheinlich nicht auf der Erde entstanden sind, weil es hier so extreme Stahlenbelastungen, die diese Lebewesen aushalten, nie gegeben hat. Diese Bakterien überleben die für Menschen tödliche Dosis um das Tausendfache.

Heinz Oberhummer vermutete, dass er jene Lebensform in seiner Tasche spazieren führte, die die allererste auf der Erde war und dass diese nicht hier entstanden ist, sondern eine weite Reise durch das Weltall hinter sich hatte.

Fall 4: Religion

Viele Menschen halten nichts von Glücksbringern und orientieren sich an religiösen Lehren und meinen, dass es Gott schon weiß, warum die Dinge so laufen wie sie eben laufen.

Als interessierter Beobachter der Wissenschaften könnte man der Meinung sein, dass die Natur die letzten Geheimnisse – vielleicht für immer – für sich behält und zwar

  • durch die nicht vorhersagbaren Zerfallsprozesse im atomaren Bereich und
  • durch das eben so wenig vorhersagbare Verhalten chaotischer Systeme, die nicht zuletzt auch unseren Alltag schicksalhaft bestimmen.

Was sich hinter diesen Zufallsprozessen verbirgt, werden Gläubige als Gott bezeichnen, weniger Gläubige als eben puren Zufall und die Realisten als den Mechanismus, aus dem sich die Welt entwickelt.

Am Heiligen Abend 2013 veröffentlichte der Kurier in Naturwissenschaft und Glaube – ein Widerspruch? einen Dialog zwischen Michael Landau und Anton Zeilinger. Ob es nun einen Gott gibt oder nicht beantwortet in diesem Dialog ein Rabbi in einem Streit um den besten Gottesbeweis: “Der Herr ist so groß, er hat es nicht nötig, zu existieren.”

Fall 5: Selbsttest

Ob man nun selbst Glücksbringer verwendet, und auch daran glaubt, kann jeder selbst überprüfen. Ich fand einen Rapid-Anhänger auf meinem Schlüsselbund und eine Erinnerung an meinen Großvater, ein Stück Stahlseil, das zu einem Briefbeschwerer umgestaltet wurde:

Seilstück aus dem Aufbau des Riesenrads als Briefbeschwerer (um 1900)