Seit Jahren wird versucht, die Softwareentwicklung zu beschleunigen und die Qualität von Produkten durch unterschiedlichste Anstrengungen zu verbessern.

Low Code bedeutet, dass möglichst wenig Code eingesetzt wird. Stattdessen setzen Low-Code-Entwickler auf Entwicklungsplattformen, die das Erstellen vieler oder sogar aller Aufgaben, Algorithmen, Logiken, Einstellungen und natürlich Designs mit einer grafischen Benutzerfläche ermöglichen.

Low-Code-Plattformen können als Nachfolger von Programmiersprachen der vierten Generation und Rapid Application Development-Werkzeugen betrachtet werden. Hersteller solcher Plattformen sind Microsoft PowerApps, Google AppMaker, Mendix, und weitere.

Allein in Anbetracht der schier zahllosen Plattformen liegt es nahe, dass die Low-Code-Entwicklung das große Ding der nächsten Jahre sein wird. Der Markt wächst schnell – und wird weiter wachsen, auch weil der Vorteil von Low-Code-Anwendungen eben darin liegt, dass Kosten gespart werden.

Grundsätzlich kann man damit sehr schnell zu modernen Lösungen, die auf modernen Devices laufen, kommen.

Der größte Vorteil ist die vereinfachte Vorgehensweise. Die Entwickler müssen die Anwendungen nicht manuell programmieren, sie nutzen vorgefertigte Elemente. Der Zeitbedarf bei der Entwicklung reduziert sich, denn Unternehmen entwickeln eigenständig kleinere Anwendungen und setzen diese Programme im eigenen Betrieb ein. Auch die Entwicklungskosten fallen geringer aus, da der Zeitaufwand kleiner ist.

Die Lösungen sind generell sehr unterschiedlich und meist mit Cloud-Diensten verknüpft. Aber im Kern dreht sich alles um dieselben Themen.

Es sollte bedacht werden, dass eine Low-Code Development Plattform auch eine Bindung mit sich bringen kann.

Microsoft Power Apps

PowerApps bietet die Eigenschaften, um Web- und Mobile-Anwendungen zu entwickeln, die für eine gute User-Experience sorgen. Zum Umfang gehört ein großer Katalog an Integrationsadaptern und eine gewisse Nähe zuExcelScripting-Tool, was vor allem Business-Entwickler freuen dürfte.

Es wird ein visueller Editor für Oberflächen angeboten, ein visueller Editor für die Erstellung und Verschachtelung von Abläufen/Logiken, ein Store für fertige Anwendungen (App-Store) und die Automatisierung von Test, Build und Deployment. Manche Lösungen bieten auch Unterstützung für Projektmanagement, verteiltes Arbeiten, Versionierung und Monitoring. Es lässt sich schon erahnen, dass es sich bei Low-Code Development Plattformen um umfangreiche Tools handelt.

PowerApps Login

PowerApp Connectoren

Ein Connector ist ein Proxy oder ein Wrapper um eine API und ermöglicht die Kommunikation des zugrunde liegenden Diensts mit Microsoft Flow, PowerApps und Logic Apps. Mit einem Connector können Benutzer eine Verbindung mit ihrem Konto herstellen und bei der Erstellung Ihrer Apps und Workflows auf eine Reihe vorgefertigter Aktionen und Trigger zurückgreifen.

Dank des umfangreichen Ökosystems von SaaS-Connectors (Software-as-a-Service) können Sie Apps, Daten und Geräte in der Cloud miteinander verbinden. Zu den Beispielen für beliebte Connectors zählen etwa Salesforce, Office 365, Twitter, Dropbox und Google-Dienste.

Möchte man also auf eine Datenquelle außerhalb der Azure Cloud zugreifen, kann man dies mittels eines solchen Connectors.

Verwenden von Connectoren

Diese Connectoren werden angeboten

Ich wähle für diesen Artikel den SQL Server aus. Bei der Einrichtung kann ich anschließend den Authentication Typ festlegen: Azure, SQL Server Authentication, Windows Authentication. Für meine SQL Server Express Instanz für diese Demo muss ich nun den Gateway von Azure auf meinen Rechner installieren.

Installieren des Gateways

In der Doku ist die Einrichtung im Detail beschrieben, auch alle verwendeten Ports für eine Firewall Freischaltung:     

Die Entwicklungsumgebung

Die Entwicklungsumgebung befindet sich komplett im Browser. Lokal installiert wird nichts mehr.

Der zuvor erstellte Datagateway steht in der Entwicklungsumgebung als Datenquelle zur Verfügung.

Nach den Anpassungen kann die Applikation veröffentlicht werden und ist unter der Url https://apps.powerapps.com/play  aufrufbar.

Kosten Power Apps

Die Zukunft von Power Apps

Microsoft PowerApps: Vision and roadmap

Fazit

Laut Marktforschungsunternehmen soll der Markt für Low-Code-Plattformen weiterhin anwachsen, gleichzeitig können Unternehmen die Technologie verwenden, um ihrerseits Prozesse zu optimieren, ohne auf die langwierige und teure klassische Software-Entwicklung setzen zu müssen.

Bei einer Low Code App muss man abwiegen, welche Features man in der App nutzen möchte. Auch eine Low-Code App wird in seiner Umgebung an eine Grenze stoßen, die es in einer herkömmlichen Web Anwendung (Azure oder on-premises) nicht gibt. Für einfache Anwendung, Wartungstools oder Prototypen kann sich eine Low Code App gut eignen, man sieht hier rasch ein Ergebnis. Die Einstiegshürde zur Erstellung einer App ist nicht allzu hoch.

Thomas Reinwart

Thomas Reinwart verfügt über umfangreiche Berufserfahrung auf dem IT Sektor. In den letzten 25 Jahren war er in den Bereichen Softwareentwicklung, Softwaredesign, Architekt und als Consultant tätig. Technischer Fokus ist derzeit Microsoft .net und SQL Server, wo er alle aktuellen Microsoft Zertifizierungen hat.

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