Wird scho nix sei

Entweder auf die monatlichen Backups von Microsoft warten oder Clonezilla anwerfen. Keine Ahnung, was man den Leuten empfehlen soll. Es ist zuerst einmal wichtig zu verstehen, dass die Backupstrategien bundesländerabhängig sind. In Kärnten aufhältigen Personen empfehle ich das Einspielen der monatlichen Microsoft-Backups, welche auch von den dortigen IT-Verantwortlichen präferiert werden. Einer meiner vorigen Artikel widmete sich schon ausführlich diesem Sachverhalt und kann hier jederzeit nachgelesen werden.  Allen anderen empfehle ich, zumindest einen Blick auf Clonezilla zu werfen.  Siehe Bilder 1 -3.

Klonk. Klar, der Laie wird bei den Screenshots wie eine Kuh in ein Schweizer Uhrwerk*) schauen. Alles textbasiert, plattformunabhängig, mächtig und abschreckend. Aber es hat sich über die Jahre nicht umsonst zu einem Image-Tool ersten Ranges gemausert. Jeder IT-Profi hat zumindest schon einmal davon gehört oder verwendet es gar. Auch ich setze Clonezilla schon seit Jahren auch im Privatbereich erfolgreich ein. Egal ob Windows, Linux oder Mac – Clonezilla ist das erste Mittel meiner Wahl, wenn es um die Sicherung von Betriebssystemen mittel Images geht. Images (Abbilder) sind der kleinste gemeinsame Nenner, um erfolgreich Betriebssysteme wegzusichern.

Die immer stärker umgreifende Abo-Kultur bei Bezahlsoftware kommt hier auch nicht zum Tragen, da Clonezilla ein Open Source Produkt ist. Aufbauend auf Linux-Debian, startet es idealerweise von einem USB-Stick, um Partitionen oder ganze Festplatten zu klonen. Ich erspare mir hier die ausufernden Screenshots, da Google sowieso erschöpfend viele Anleitungen parat hält.

Kurz gesagt, was sind die Vorteile von Clonezilla? Es kann jedes Betriebssystem wegsichern, unabhängig vom darunterliegenden Dateisystem. Weiters können die Abbilder über verschlüsselte ssh-Verbindungen und Netzwerkordner transferiert werden. Der Nachteil besteht in der abschreckenden, textbasierten Zugangsweise, welche ein grundsätzliches Lese -und Laufwerksbezeichnungsverständnis des Nutzers voraussetzt.

Falls jemand verschlüsselte Windows-Partitionen per Image wegsichern will, so geht das natürlich nicht. Ein gangbarer Weg ist daher, vorher das Laufwerk zu entschlüsseln, ein Abbild mittels Clonezilla anzufertigen und nachher den Datenträger wieder zu verschlüsseln. Etwas russisch, aber mit diesem pragmatischen Zugang beugt man möglichen Problemen vor.

Nun kommt aber Rescuezilla ins Spiel, welches ich jedem Privatnutzer nur ans Herz legen kann. Unter der Haube läuft zwar Clonezilla, aber auf der Oberfläche rödelt Rescuezilla mit einer grafischen Oberfläche herum. Der Funktionsumfang ist gegenüber Clonezilla zwar eingeschränkt, jedoch für Privatanwender mehr als ausreichend. Merke, Clonezilla ist ein Monster und für viele Privatnutzer ein Overkill. Einfach, weil es einem etwas Einarbeitungszeit abverlangt. Und für die zwei Mal im Jahr wieder das verstaubte Wissen zu bemühen, ist für Laien oft nicht nachvollziehbar.

Der Vorteil von Rescuezilla offenbart sich in seiner Plattformunabhängigkeit, der grafischen Maus-Bedienung und dem kompletten Funktionsumfang zum Sichern von Partitionen oder ganzer Festplatten.

Die paar Screenshots sprechen für sich selbst und notfalls ist auch hier Google dein Freund.

Zur Veranschaulichung habe ich meine 256 GB NVME-Festplatte weggesichert. Gut 80 GB Platz wurden für das Image veranschlagt. Die Festplatte (sda) beherbergt mein Debian-Betriebssystem (ca. 15 GB) und einen Teil meiner Daten (ca. 130 GB). 8 GB dümpeln noch als Auslagerungsdatei herum und der Rest ist frei. Selbstredend kann man das gesicherte Image danach auf Fehler überprüfen. Siehe Bilder 4 bis 7.

Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die Bedienung ist selbsterklärend und vor allem funktioniert alles so wie erwartet. Ein Clonezilla mit vermindertem Funktionsumfang und grafischer Oberfläche. Passt, und für Privatanwender vollkommen ausreichend.

 Also, wenn dir das Abo-Modell von Acronis nicht mehr zusagt und du vor allem eine plattformunabhängige Software zum Erzeugen von Systemabbildern suchst, sieh‘ dir Rescuezilla an. Damit kannst du auch deinen Freunden mit einem Mac helfen, wenn sie systemexterne Software zum Absichern des Betriebssystems bevorzugen.

Falls du aber Windows benutzt und in Kärnten lebst, spiele einfach die monatlichen Backups von Microsoft ein. Und mit einem kompletten Wohnortwechsel nach Kärnten ersparst du dir als Windowsnutzer sowohl die Einarbeitung in Clonezilla, Acronis oder Rescuezilla.  Deine Wahl.

Man liest sich

Gruß Günter

Links

*) Wie die Kuh vorm neuen Tor = Wie die Q vorm Neuen Tor
„Q“ Straßenbahnlinie im alten Berlin, „Neues Tor“ Haltestellenname
Weil die Linie Q eingleisig war, musste sie oft warten, so auch vorm Neuen Tor.

Letzte Artikel von Günter Hartl (Alle anzeigen)

Zur Werkzeugleiste springen