Werner Illsinger

Werner Illsinger

Wir haben im Mai einen neuen Verein gegründet. Das Vereinsziel ist es, sich mit der Digitalisierung unseres Lebens auseinanderzusetzen. Unser Slogan ist

… gemeinsam die digitale Welt verändern!

Die digitale Welt hat mich persönlich immer schon sehr interessiert. Im Alter von 18 Jahren habe ich am TGM – mit Unterstützung meines damaligen Klassenvorstandes Franz Fiala und der meiner Eltern damit begonnen einen Computer an eine Telefonleitung anzuschließen. Das öffentliche frei verfügbare Internet gab es damals noch nicht. Das Ergebnis dieser Bemühungen war eine Mailbox – ein digitales Kommunikationssystem – über den sich die Benutzer frei austauschen konnten. Ein wenig später wurde die Mailbox an das FidoNet (einen Vorläufer des Internet) angeschlossen. Ich saß am Anfang immer fasziniert vor dem Bildschirm, wenn meine Mailbox eine andere Mailbox – die auch recht weit entfernt sein konnte – anrief, um dort e-Mail abzuliefern und Foren auszutauschen, die Benutzer der Mailbox versendet hatten.

Mittlerweile hat sich die Welt dramatisch verändert. Fast alle Lebensbereiche sind mittlerweile digital. Natürlich die Kommunikation – mit der ich damals begonnen hatte – die Fotografie, Bücher, Zeitungen, die Verwaltung, die Arbeitswelt, aber auch das private Umfeld. Wir tragen 7/24 ein Smartphone oder ein Fitness Band mit uns. Unsere Häuser sind mit Sensoren ausgestattet. Das Auto hat ein Mobiltelefon eingebaut und kann jederzeit ohne mein Zutun Kontakt mit Notrufzentralen aufnehmen. Elektrozähler werden digital. Fernsehen in der herkömmlichen Form gibt es kaum noch. Die Welt ist ein faszinierender Ort geworden. Das habe ich mir damals als ich mit dem Abenteuer Mailbox angefangen habe nicht träumen lassen.

Gleichzeitig komme ich mir aber auch ein wenig wie im Zauberlehrling vor. Diese Veränderungen sind enorm positiv. Im Urlaub kann ich übers Internet mit meiner Mutter telefonieren ohne teure Telefongebühren zahlen zu müssen, vollkommen gratis. Ich verwende Navigationssysteme und die veralteten Papierkarten sind ins Altpapier gewandert, mein Telefon sagt mir wo in meinem Umfeld die besten Restaurants sind – oder wo sich gerade meine Freunde befinden. Wenn mein Auto einen Unfall hat, ruft es selbst um Hilfe. Das alles hat aber seinen Preis. Wir hinterlassen überall Daten und Spuren. Anonymität gibt es so gut wie nicht mehr – vor allem nicht für diejenigen, die auf diese Daten Zugriff haben. Google, Telekom Anbieter und Banken wissen mehr von uns, als wir selbst. Am gefährlichsten ist aber dass der Staat sich selbst nicht mehr an die Regeln hält. Der Schutz der Privatsphäre ist in der Verfasserung verankert, aber wen kümmern schon Gesetze?

Alle sammeln also Daten und Informationen über uns. Firmen, um uns mehr verkaufen zu können, und der Staat, um uns besser kontrollieren zu können. Oft wird der Terrorismus vorgeschoben. Wie viele Ihrer persönlichen Freunde sind in den letzten 10 Jahren durch terroristische Anschläge ums Leben gekommen? Eben. Dem Staat geht es vor allem darum, seine Bürger kontrollieren zu können. Zu wissen, ob alle ohnehin brav sind. Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten. Genau. Dieses Zitat wurde übrigens von Josef Göbbels bei der Gründung der GESTAPO 1933 verwendet. Wie diese Geschichte ausging, wissen wir aus dem Geschichtsunterricht.

Aus dem Grund, dass mir die digitale Welt so wichtig ist, weil ich sie zu einem Teil auch mitgestalten durfte, möchte ich mich mit den brennenden Themen der digitalen Welt beschäftigen, und die Werkzeuge die wir mitgestaltet haben, wieder zum Nutzer von uns – den Anwendern – einsetzen. Wir – die Digital Society hat sich zum Auftrag gemacht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und das Netz den Nutzern zurückzugeben, und dem Staat und den Großkonzernen wieder abzunehmen. Eine schwierige Aufgabe. Dafür braucht es viel Energie, Engagement, Mitkämpfer und auch viel Geld.

Ich lade Sie persönlich ein, uns bei dieser großen Aufgabe zu helfen. Entweder mit Ihrer aktiven Mitarbeit und Zeit (das wird am dringendsten benötigt), mit einer Mitgliedschaft in der Digital Society, oder Spenden, aber auch mit Unterstützung – und sei es nur ein ermutigendes Schulterklopfen oder wenn Sie von uns erzählen und andere informieren und unsere Aktivitäten bekannter machen.

we are Digital Society – sei auch ein Teil davon!

Wir werden also unsere gesellschaftspolitischen Aktivitäten in Zukunft aus dem ClubComputer herauslösen. ClubComputer kümmert sich in Zukunft verstärkt um die Wissensvermittlung auf technischer Ebene. Digital Society um die gesellschaftspolitischen Themen in der digitalen Welt, wie den Telekom Markt, die neue Welt des Arbeitens, Netzneutralität, Datenschutz und Informationssicherheit, sowie auch das Urheberrecht (Festplattenabgabe etc.).

Werner Illsinger
Gründer
Digital Society

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Werner Illsinger

Die Vorteile der digitalen Technologien zu verbreiten und eine kritische Auseinandersetzung zu fördern, ist die Mission von Werner Illsinger seit er in den 80er Jahren die HTL für Nachrichtentechnik absolviert hat. Er hat einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, hat Erfahrung im Vertrieb, Management und Geschäftsführung bei internationalen Konzernen,ist Referent und Vortragender bei nationalen und internationalen Veranstaltungen und Konferenzen, ,sowie Präsident der DigitalSociety.
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