[Ein Erlebnisbericht]

Kurz gesagt wird hier gezeigt, wie man lokale Daten mit sehr vielen handelsüblichen Clouds synchronieren kann, auch wenn der eigentlich dazu gehörige Client einen Fehler aufweist. Das hier vorgestellte Programm odrive ist in dieser Funktionalität kostenlos.

OneDrive stottert

Jahrelang hat der OneDrive-Client funktioniert. Dann kam er ins Stottern. Ich habe alle angewendeten Fehlerbehebungsmaßnahmen im Beitrag “Onedrive auf der Couch” zusammengefasst. Und wieder hat der OneDrive bestens funktioniert, das heißt, die synchronisierten Ordner zeigten grüne Hackerln.

OneDrive streikt

Bis eines Tages Anfang Juni, alles verschwand, die grünen Hackerln und auch das Symbol in der Taskleiste. Zwar konnte ich den OneDrive aufrufen, das Symbol war in der Taskleiste kurz sichtbar, die Anmeldung erfolgte, einige Dateien wurden zur Synchronisation angemeldet, aber nach einigen Augenblicken verschwand alles wieder. Im Ereignisportokoll stand ein nichtssagender Fehler, der keinen weiteren Hinweis geliefert hat. Alle Fehlerbehebungsmaßnahmen aus dem obigen Artikel wurden noch einmal angewendet, auch die neue Möglichkeit des “On Demand”, bei der gar keine Dateien am eigenen Rechner gespeichert sind, wurde aktiviert. In allen Fällen begann der Synchronisationsprozess ganz normal, um dann bei etwa 95% zu enden. Die Fehlermeldung im Ereignisprotokoll half nicht weiter.

Möglicherweise hängt dieses Problem mit der Größe meines Cloud-Speichers von derzeit ca. 2 TB zusammen oder es gibt einzelne Dateien, die im Lauf der Zeit einen nicht auflösbaren Fehler produzieren.

Stöbern in diversen Foren zeigte, dass ich nicht allein mit diesem Problem bin, aber da dort außer den bereits bekannten Lösungsansätzen nichts Weitergehendes gefunden werden konnte, steht bei mir der Synchronisationsmechanismus des OneDrive still. Ich habe daher den Client deinstalliert.

Die Dateien in der Cloud sind über Links fehlerfrei zu benutzen, das Publizieren neuer Dateien erfolgt aber nicht mehr automatisch durch den Client. Ohne dessen automatischen Upload muss man alle Daten, die man in der Cloud publizieren will, über die Weboberfläche uploaden. Die Synchronisation erfolgt also manuell. Aber dazu hätte ich die Cloud nicht unbedingt gebraucht, dazu hätte Ftp genügt.

Was tun?

Man weiß ja nicht, ob es etwas an den Daten ist, das den Abbruch der Synchronisation bewirkt oder ein Mangel an der Client-Installation. Da mein PC schon seit Windows 7 Up-und-Upgegradet wurde, schreit das fast schon nach einer Neuistallation von Windows, aber davor schrecke ich noch zurück, denn es gibt eigentlich sonst nicht, was einen solchen Upgrade erforderlich machen würde.

Eine zweite Möglichkeit wäre ein Programm eines anderen Herstellers, das die Synchronisation erledigt, ohne selbst Daten zu verwalten. Und ich habe es gefunden, “odrive” heißt es. Vielleicht gibt es auch andere aber für mich war dieses Programm eine Art “Lebensretter”. Die Synchronisation erfolgt mit odrive gefühlt extrem schnell.

OneDrive

odrive kann viele verschiedene Clouds synchronisieren und nennt das “Unified Storage”.

Viele verschiedene Clouds unter einem Dach, mit dem selben Synchronisationsmechanismus, mit derselben Darstellung im Dateisystem. Alle Clouds in einem Ordner. Man kann einen Cloudspeicher oder mehrere davon aktivieren.

Man meldet sich erstmals mit jener Cloud-ID an, die man als erste benutzen will.

Mit dieser Anmeldung gibt man odrive das Recht, auf die Daten bei der betreffenden Cloud zuzugreifen. Hat man das Recht (in diesem Fall für OneDrive) erteilt, findet man die Daten des Microsoft-CloudSpeichers in der Anzeige von odrive:

Man sieht, OneDrive ist als erster Cloud-Speicher in dieser Ansicht integriert. Am unteren Bildschirmrand kann man einen Windows- oder Mac-Client downloaden. (siehe später). Am oberen Fensterrand ist ein hellblauer Banner, der darauf hinweis, dass es einen neue, verbesserte Weboberfläche und auch einen verbesserten Windows-Client (siehe später).

Klickt man auf die blaue OneDrive-Wolke, sieht man alle Ordner des Cloudspeichers OneDrive. Das folgende Bild zeigt den Beginn meiner Ordnerlandschaft.

Man kann eine Datei oder einen Ordner hinzufügen (zwei Symbole oben), man kann jeden Ordner und jede Datei löschen (delete), umbenennen (rename) oder teilen (share):

Man kann die Ordner auch in einer Bilderansicht darstellen. Ordner ohne Bilder bleiben leer, Ordner mit Bildern zeigen die ersten gefundenen Bilder an, so viele in einer Zeile darstellbar sind.

Anmeldung

Man meldet sich mit dem Konto des OneDrive an. Man hat die Möglichkeit das Konto verifizieren zu lassen. Das kann man tun, es erscheint dann auch “verified” neben dem Kontonamen, aber eine besondere Wirkung hat das nicht.

Mit diesem Webzugang zu den durch odrive ausgelesenen OneDrive-Dateienbaum hat man daher ab sofort zwei Web-Zugriffmöglichkeiten zu denselben Dateien:

  • odrive.com
  • onedrive.live.com

Wie man sieht, beschränkt sich die Weboberfläche von odrive auf die wesentlichsten Funktionen, die Originaloberfläche von Microsoft ist bedeutend ausgefeilter. Aber um diese Oberfläche geht es gar nicht, ja man muss sie eigentlich gar nicht verwenden, denn für den Umgang mit den Cloud-Daten kann man nach wie vor die Oberfläche von Microsoft benutzen. Aber der Online-Zugang war ja nicht das Problem, das Problem war der defekte Windows-Client von OneDrive. Man muss den Windows-Client downloaden.

Lokaler Client

Man kann sich den odrive-Client für den PC downloaden, der die Synchronisation besorgen soll. Installiert man diesen Client meldet sich das Programm mit folgendem Symbol in der Taskleiste:

Ist der Client beschäftigt, wird also synchronisiert, ist die Schleife rosa (auf schwarzem Hintergrund) mit einem darin rotierenden weißen Punkt, ist der Client im Leerlauf, ist die Schleife weiß (auf schwarzem Hintergrund).

Bei der Installation wird automatisch die kostenpflichtige Premium-Version installiert und man kann diese Installation nicht ablehnen. Diese Premium-Version kann man 7 Tage kostenlos testen, danach müsste man 8,25 Euro im Monat zahlen. Ich darf berichten, dass alle für den Synchronisationsvorgang benötigten Funktionen auch nach dem Abschalten der Premium-Version verfügbar sind, dass also eigentlich alles hier Beschriebene kostenlos verwendet werden kann.

odrive legt das lokale Verzeichnis auf der C-Platte an, was natürlich nicht erwünscht ist. Zunächst belegt dieses Verzeichnis fast keinen Platz, weil die Voreinstellung ist: “alle Dateien nur am Server”.

Infinite Sync

Die Voreinstellung ist das, was beim OneDrive “On Demand” genannt wird. Man hat also auch am allerkleinsten Endgerät Zugriff auf alle Dateien. Sie werden alle angezeigt aber nur auf Wunsch downgeloadet. Wenn man Speicherplatz sparen muss, beendet man die Synchronisation eines Ordner und alle darin befindlichen Dateien werden am Rechner (in einen Papierkorb) verschoben und bleiben nur im Web gespeichert.

Die Voreinstellung ist so, dass der lokale odrive-Ordner am C-Laufwerk angelegt wird, etwas, was man in den seltensten Fällen so haben will. Jetzt, im Grundzustand sind aber nur die Ordner- und Dateinamen synchronisiert aber nicht die Inhalte. Bevor man noch irgendeine Datei oder einen Ordner synchronisiert, sollte man den odrive an seinen endgültigen Bestimmungsort verschieben, bei mit in das Laufwerk S. Das folgende Bild zeigt das Kontextmenü des odrive verwendet man dazu den Menüpunkt “Move odrive folder”. Unmittelbar nach der Installation ist diese Verschiebung problemlos.

Problem beim Verschieben von odrive

Was dabei passieren kann, ist die folgende Meldung, die besagt, dass der odrive nicht synchronisiert ist und daher nicht verschoben werden kann.

Diese Meldung erhält man aber kaum am Anfang, wenn es ohnehin noch nichts zu synchronisieren gibt und alle Dateien sich ausschließlich in der Cloud befinden.

Der Grund für diese Meldung ist immer, dass gerade eine Synchronisation ausgeführt wird. In meinem Fall handelt es sich um ca. 900.000 zu synchronisierende Dateien und das kann schon eine Weile dauern. Aber nach etwa einem Tag ist auch das erledigt, doch die Fehlermeldung bleibt. Der Grund ist eine Gruppe von Dateien, die aus irgendeinem Grund nicht synchronisiert werden kann, wie das folgende Bild zeigt:

Der Menüpunkt “Not Allowed” kündigt 97 Dateien an, die Probleme machen. Klickt man dann einen der Dateinamen rechts an, bekommt man auch einen Hinweis, warum diese Datei nicht synchronisiert werden kann. In meinem Fall ist immer der Grund, dass die Datei am OneDrive gegen Zugriff gesperrt ist.

Vor der Lösung dieses Problem, zunächst ein Blick auf die Ordnerstruktur am PC:

Ordnerstruktur am PC

odrive benötigt einen Ordner am PC. In diesen Ordner werden so viele weitere Ordner angelegt als man Cloud-Dienste verwaltet haben möchte. Bei mir ist das zunächst einmal nur ein Ordner “OneDrive”. Alle Ordner mit einem grünen Hackerl sind synchronisiert, das rote Symbol mit den kreisenden Pfeilen zeigt noch nicht vollständig synchronisierte Ordner an.

Synchronisiert bedeutet nun, dass die Struktur am Server und am Client identisch ist. Es bedeutet nicht, dass alle Dateien auch wirklich downgeloadet worden wären. Das folgende Bild zeigt einen Unterordner von S:\odrive\OneDrive\Visual Studio\Projects\fiala.member.pcc.ac und die darin befindlichen Dateien und Ordner:

Man sieht, dass manche Objekte ganz normale Dateien sind, etwa _common.zip und backblue.gif. Daneben gibt es Dateien, die wie eine Datei benannt sind aber die Endung .cloud haben, etwa Austr.zip.cloud. Das sind Dateien, die sich derzeit noch in der Cloud befinden und die mit einem Rechtsklick auf den Kontextmenü-Eintrag “Sync” vom Server geholt werden können. Sind sie vollständig downgeloadet, verschwindet die Endung .cloud und sie sind lokal verfügbar. Dasselbe gilt für Ordner, die noch am Server liegen. Sie haben die Endung .cloudf, also zum Beispiel Austr.iam.at.cloudf.

Warum sind nun manche Dateien lokal und manche nicht? Ich war’s nicht, denn ich habe bis zu diesem Zeitpunkt mit diesen Dateien noch nicht gearbeitet. Aber an den Einstellungen habe ich “gedreht”. Und dort gibt es den Punkt Set Autodownload=10MB. Kleine Dateien werden also sofort downgeloadet, größere Dateien eben nicht. Diesen “Autodownload” wird man am Handy-Client abschalten oder immer einschalten (am Stand-PC). Auch weitere Schwellen 100 MB und 500 MB sind einstellbar, was eventuell am Laptop interessant sein könnte.

Automatik

Würde man nun einen Ordner mit der Endung .cloudf synchronisieren (Kontext->odrive sync), dann würden die Daten vom Server geholt werden. Das ist zwar OK, doch in meinem Fall sind ja alle Dateien am PC schon verfügbar, der Client muss sie nur registrieren. Es hat sich herausgestellt, dass es extrem einfach ist, diese Synchronisation  herzustellen. Nehmen wir im vorigen Bild den Ordner buero.clubcomputer.at.cloudf. Der Ordner ist leer, das zeigt die Endung .cloudf an. Wenn man nun den lokalen Ordner buero.clubcomputer.at mit demselben Namen mit den darin enthaltenen Dateien an diese Stelle kopiert, erledigt der Client die Synchronisation ganz automatisch. Bei großen Strukturen dauert das zwar einige Zeit aber es muss ja nichts in die CLoud kopiert werden, denn alle Dateien sind vorhanden.

Das ist ein überraschend einfaches Konzept.

Ich habe diese Synchronisation in Portionen ausgeführt und die lokal vom OneDrive-Client im früheren OneDrive-Ordner verfügbaren Dateien in den neuen Ordner S:\odrive\onecloud kopiert. Die Synchronisation erfolgt sehr schnell mit einem kleinen Rest von nicht synchronisierbaren 97 Dateien.

Erkennung von OneDrive-Fehlern

Möglicherweise ist der Menüpunkt “Not Allowed” im odrive-Menü, der in meinem Fall 97 nicht synchronisierbare Dateien auflistet, genau das, warum der OneDrive-Client abgestürzt ist. Mangels diagnostischer Hinweise war dort Endstation und hier, bei odrive, kann man nach möglichen Ursachen suchen, weil man die Dateinamen der Problemfälle kennt. “Der odrive als OneDrive-Diagnose-Tool”, könnte man sagen. Das Studium dieser 97 Dateien hat ergeben, dass es genau jene Datei sind, die ich nach dem Absturz des OneDrive-Client in den OneDrive-Ordner kopiert habe und von denen die OneDrive-Cloud wusste, dass sie noch nicht mit dem Client synchronisiert worden sind. Bei der Inbetriebnahme von odrive orientierte sich odrive an der OneDrive-Cloud und stellte eine Diskrepanz zu der Client-Version fest.

Die Beseitigung dieser Fehler erfolgte so, dass die Dateien noch einmal manuell vom PC über die Microsoft-Weboberfläche upgeloadet wurden. Danach wurden sie alle als korrekt akzeptiert und ich war kurz in dem Zustand eines weißen Taskleistensymbols, das heißt, “alles synchronisiert”.

Es schien alles in bester Ordnung, doch es stellt sich heraus, dass es noch immer eine kleine weitere Gruppe von Dateien gibt, die aus irgendeinem Grund immer wieder in den “Not Allowed”-Status fallen. Alle diese Dateien stammen von OneDrive-Bereichen, die mir von anderen OneDrive-Usern zur Bearbeitung freigegeben worden sind. Das sind also nicht meine eigenen Dateien, das sind “fremde” Dateien, zu denen ich Zugriff habe.

Mit einem Office-365 bekommt man das Recht, Office auf 5 Arbeitsplätzen zu betreiben und jeder dieser 5 User erhält 1 TB Speicherplatz. Ich selbst habe daher nur 1 TB Speicherplatz. Das ist zwar sehr viel aber wegen vieler Audio- und Video-Dateien zu wenig. Ich habe mir daher erlaubt, diese Speicherfresser in den Accounts von Silvia und Florian zu speichern. Sie teilen dann diese Inhalte mit mir und ich habe dadurch die Möglichkeit ihren Speicherplatz mitzubenutzen, verfüge daher über insgesamt 3 TB Speicher. Mit zwei weiteren Usern könnte man den Speicherplatz auch noch erweitern.

Und genau in diesen verbundenen Cloud-Speichern sind einige Dateien, die sich nicht und nicht synchronisieren lassen. Ich habe viele Dinge probiert, einen manuellen Upload. Ich habe die Daten komplett gelöscht (auch aus dem Papierkorb) und dann noch einmal upgeloadet, alles das hat nichts gebraucht. Nun, ich kann mit diesen wenigen Anomalien leben, vielleicht komme ich noch drauf, was der Grund für das Versagen der Synchronisation ist. Aber vielleicht waren diese Dateien der Grund, warum der Original-Client von Microsoft abgestürzt ist.

Nebenwirkungen

Im Grunde ist es egal, in welchem physischen Ordner sich die Dateien befinden, die mit der Cloud synchronisiert werden, es sei denn, sie sind mit einer Anwendung verbunden. Bei mir sind das in erster Linie Programmierprojekte, die sich immer schon im Ordner s:\onedrive\Visual Studio\Projects\ befunden haben. Durch den Übergang zu odrive befinden sie sich nun aber in s:\odrive\onedrive\Visual Studio\Projects\ und das hat zwei Nebenwirkungen. Ruft man Visual Studio auf und öffnet eines der Programmier-Projekte, dann wird der Pfad nicht gefunden. Gut, man löscht diese Voreinstellung und öffnet das Projekt am neuen Speicherort neu.

Ich lade alle Programme mit Ftp (FileZilla) auf die verschiedenen Server. Und auch hier stimmen alle lokalen Pfade nicht mehr. Bei FileZilla ist diese Korrektur sehr einfach, weil es eine XML-Konfigurationsdatei gibt, in der man alle Pfade durch Suchen&Ersetzen berichtigen kann.

Aber es soll eine dauerhafte Lösung her, denn wer weiß, ob nicht bald wieder ein solches Problem auftritt. Ich werde alle Verweise auf den Projektordner durch den Laufwerksbuchstaben G: ersetzen und mit dem guten alten SUBST dieses Laufwerk verweisen.

Schritt 1: Der Pfad S:\onedrive in der Konfigurationsdatei von FileZilla wird durch G: ersetzt. Aber wo ist diese Konfigurationsdatei? Man findet sie unter C:\Users\<benutzer>\AppData\Roaming\FileZilla\sitemanager.xml

Für jede FTP-Verbindung gibt es einen Eintrag in der folgenden Form:

Durch Suchen&Ersetzen wird diese Datei berichtigt und alle Vorkommen von S:\OneDrive durch G:\ ersetzt.

Schritt 2: Der Pfad des OneDrive-Ordners wird mit dem Oldie SUBST zum Laufwerk G erklärt.

C:\>subst G: S:\odrive\onedrive

Schritt 3: bei jedem Neustart ausführen

Der obige SUBST-Befehlt funktioniert, leider aber nur bis um nächsten Ausschalten des PC. Man muss diesen Befehl dort verankern, wo in DOS-Zeiten die Autostart-Datei war, und das findet man so:

  • Windows-Explorer
  • Eingabe von shell:startup in der Adresszeile.
  • Es öffnet sich: C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\StartUp

Man legt am Desktop eine Datei g-odrive.bat an und schreibt den Text subst G: S:\odrive\onedrive in diese Datei. Diese Datei verschiebt man in den Startup-Ordner. Damit wird die BAT-Datei bei jedem Systemstart ausgeführt und das G-Laufwerk angelegt, sodass alle FTP-Konten richtig angesprochen werden.

Mit diesem Verweis ist mein OneDrive-Problem gelöst. Aber man kann mit odrive noch mehr machen.

Mehrere Clouds

Zu den meisten Cloud-Anbietern gibt es ein Gateway und daher habe ich gleich eine Verbindung zu allen meinen sonstigen Cloud hergestellt. Hier ein Blick auf alle verbundenen Clouds:

Um diese weiteren Clouds zu verbinden, muss man lediglich auf das Pluszeichen bei “Link Storage” klicken und die Zugangsdaten eingeben, alles andere macht odrive. Ich vermisste einen Client für unser OwnCloud, doch dafür gab’s eine einfache Lösung: man verbindet sich mit OwnCloud mit dem WebDAV-Protokoll und das präsentiert sich so:

Die Serveradresse ist https://drive.ccc.at/remote.php/webdav/. Die Zugangsdaten sind dieselben wie für die Mailbox <name>@clubcomputer.at.

Am PC schaut diese Struktur so aus:

Die Ordner odrive und OneDrive (links) und Shared with me (rechts) sind als nicht synchron (rot) ausgewiesen. Grund sind die weiter oben bereits erwähnten lästigen Dateien, die in irgendeiner Form “defekt” sind und ich bin noch nicht draufgekommen, warum das so ist.

Der große Vorteil des odrive ist, dass man in einem eigenen Menüpunkt im Kontextmenü des Taskleistensymbols auf diese Dateien hingewiesen wird und dass man eine nach der anderen reparieren kann. Ich habe daher den Eindruck, als würde odrive eine Art Diagnoseprogramm für OneDrive-Probleme sein, denn OneDrive selbst bietet keinerlei diagnostische Hilfen an.

Achtung beim Installieren weiterer Clouds

In diesem Installations-Beispiel wurde anfangs die Verbindung zu OneDrive hergestellt, einer Cloud, deren Client wegen eines Fehlers nicht mehr aktiv war. Daher war das Verschieben der Dateien von ursprünglichen Speicherort S:\onedrive in den neuen Speicherort S:\odrive\onedrive problemlos möglich, weil die Daten nicht von einem aktiven Client unter Beobachtung standen.

Verbindet man aber odrive mit einer Cloud, deren Client aktiv ist, passiert bei einer Verschiebung der Daten folgendes:

Man belässt die Daten des bisher installieren Clients unangetastet

dann synchronisiert odrive die Daten noch einmal und man hat dann zwei Kopien derselben Daten. Es hängt von der Einstellung von odrive ab, ob man nur die Ordner- und Dateienstruktur lokal gespeichert hat oder auch die Daten selbst.

Man verschiebt die Daten vom bisherigen Speicherort in den neuen Speicherort im Unterverzeichnis zu S:\odrive

Kaum sind die Daten an den neuen Platz verschoben, stellt der noch aktive Original-Client fest, dass die Daten verschwunden sind und löscht daher die Daten in der Cloud. Das geht ziemlich rasch. Gleichzeitig (oder leicht überlappend) stellt odrive fest, dass neue Daten zu synchronisieren sind (man hat sie ja gerade hinkopiert) und lädt alle Dateien in die nunmehr leere, weil vom anderen Client gelöschte Cloud. Es würde sich zwar bald weder Synchronität einstellen aber es würden alle Dateien unnötigerweise noch einmal vom PC in die Cloud kopiert werden. Das will man nun nicht und daher ist es wichtig, den Client zu jener Cloud, deren Synchronisation man odrive übertagen möchte, abzuschalten oder zu deinstallieren.

Liste der unterstützten Clouds

Die folgenden Clouds werden durch odrive synchronisiert (fett gedruckte benutze ich derzeit):

4shared • ADrive • Amazon Cloud Drive • Amazon S3 • B2 Cloud Storage • Box • DropboxFacebook • odrive File Server • FTP • Gmail • Google Cloud Storage • Google Drive • HiDrive • HipChat • Instagram • OneDrive • OneDrive For Business • Oracle Documents • Oxygen Cloud • SFTP • Slack • WebDAV • Yandex Disk

Bei der Erstellung dieser Liste ist mir erst aufgefallen, dass man auch Facebook-Daten mit odrive synchronisieren kann, und das ist nun eine feine Sache, denn es ist nicht mehr unbedingt nötig, periodische Downloads zu machen, weil Bilder und Videos jedenfalls durch odrive synchronisiert werden.

Sehr fein ist auch der Umstand, dass der Zugang zu einem Ftp-Server gleich wie alle anderen Clouds behandelt wird und die mit Ftp zugegriffenen Daten so wie alle anderen Clouds synchronisiert werden (sollen):

Diese automatische Synchronisation von Webordnern über Ftp eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Programmen (vom PC zum Webserver) oder das automatische Sichern von WordPress-Webs (vom Webserver zum Client). Derzeit gibt es noch einen kleinen Stolperstein, weil beim Download von Dateien eine Fehlermeldung mein, man hätte keine ausreichenden Rechte; ein noch zu lösendes Problem.

Es ist mir aufgefallen, dass man in dieser Version von odrive nur mit einem einzigen Konto eine OneDrive-Verbindung herstellen kann. Möglicherweise fällt diese Beschränkung in einer zukünftigen Version.

Premium-Version

Nach einer Probewoche schalten sich die Premium-Vorteile ab. Für meine Anwendung hat sich aber nichts verändert, ich habe diese Premium-Eigenschaften nicht bemerkt. Auf der Seite https://www.odrive.com/upgrade erfährt man die Vorteile der Premium-Version, aber so wirklich notwendig sind diese zusätzlichen Eigenschaften nicht, insbesondere scheint mir das Verschlüsseln der Daten gefährlich, weil man nach dem Verschlüsseln an den odrive gebunden ist. Ohne odrive, kein Entschlüsseln.

Neue Version

Es gibt auch einen Preview zu einer neuen, erweiterten Version von odrive. In dieser Version kann man durch eine Mitgliedschaft (2 $ pro Monat) einige erweiterte Möglichkeiten freischalten.

Fazit

odrive synchronisiert alle bekannten Clouds durch einem einzigen Client. odrive verwaltet selbst keine Daten, odrive besitzt nur das Recht, auf die Daten zuzugreifen.

Wenn der Synchronisationsmechanismus eines Cloud-Clients versagt, ist die kostenlose Version von odrive eine große Hilfe. Die Synchronisation erfolgt sehr zügig.

Ich verwende ab sofort für die Synchronisation aller Cloud-Daten odrive, alle bisherigen Clients für OneDrive, Google Backup and Sync, Amazon-Drive und auch OwnCloud wurden deinstalliert und damit mehrere 100 MB Programm-Speicherplatz gespart. Dass sich jetzt alle Cloudspeicher in einem gemeinsamen Ordner odrive befinden, verbessert die Übersichtlichkeit.

Alle bestehenden Links zu den Cloud-Spaces ändern sich nicht, weil der Webzugang des jeweiligen Cloud-Herstellers unverändert funktioniert.

Links

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

Letzte Artikel von Franz Fiala (Alle anzeigen)