Es geht um Bilderverwaltung und welches Programm man dafür als das Geeignetste hält. Picasa war das Google-Bildverwaltungsprogramm für den PC. Picasa-Webalben war dessen Gegenstück im Web. Man konnte in Google Picasa Bilder auf Knopfdruck im Internet publizieren.

Am 1.9.2015 veranstalteten wir einen Clubabend “Picasa” (und Picasa Webalben). Alle Unterlagen dazu gibt es hier.

Das Ende für Picasa

Aber kurz nach diesem Clubabend verkündete Google das Ende der Unterstützung für Picasa. Beides gibt es also nicht mehr. Die Entwicklung von Picasa wurde eingestellt und die Picasa-Webalben sind in Google-Photos aufgegangen.

Diese Entwicklung hängt teilweise mit der Entfremdung von Google und Microsoft zusammen, man kann vermuten, dass Google keine Entwicklungen für die Windows-Plattform forcieren wollte. Der zweite Grund hängt mit dem Boom der Smartphones zusammen. Das Smartphone übertrifft den PC bereits in der Zahl der Webseitenzugriffe. Und für die Speicherung der Handy-Bilder brauchte es eine geeignete Lösung und die hat man in Google-Photos gefunden, eben dem Nachfolger von Picasa-Webalben. Die Anwendung selbst hatte und hat immer noch eine große Fangemeinde.

Wenn man sich schon umstellen muss, dann gleich, und wir veranstalten kurz danach am 5.4.2016 den Clubabend “Bilderverwaltung”, bei der Franz Fiala den Bilderserver von ClubComputer (see.clubcomputer.at) und Andi Kunar das Adobe-Programm “Lightroom” vorgestellt haben. Unterlagen. Der Bilderserver erforderte den Upload der Bilder mit Ftp. Das ist zwar nicht schwierig aber immerhin ein Arbeitsschritt, der nicht jedermanns Sache ist. Lightroom wieder ist deutlich leistungsfähiger als Picasa. Wenn man aber erlebt hat, dass Lightroom den PC gehörig einbremst, wenn es an die Erfassung der Bilder geht, wünscht man sich Picasa zurück. Den damals vorgestellten Bilderserver haben wir nach einiger Zeit wieder eingestellt, weil die Verwendung eines Cloud-Dienstes eine vollautomatische Speicherung im Internet gewährleistet.

Was wir auch alles probiert haben, die Eleganz und Leichtigkeit von Picasa haben die Ersatzprogramme nicht geboten und nach einigen ziemlich enttäuschenden Ausflügen mit anderen kostenlosen Programmen ist Autor Franz wieder zu Picasa zurückgekehrt, auch wenn immer die Gefahr besteht,  dass es bei künftigen Betriebssystemveränderungen nicht mehr eingesetzt werden kann, weil es eben keine Updates mehr gibt.

Was macht eigentlich die Eleganz von Picasa aus?

Das Wichtigste ist, dass man mit Picasa an einer bestehenden Bilderordnung nichts ändern muss und dass sich mit Ausnahme einer (versteckten) Datei .picasa ini in einem Bilderordner mit den Bildern selbst nichts passiert. Alle Vorschauversionen werden in einer eigenen Datenbank gespeichert. Diese Behutsamkeit geht so weit, dass es in Picasa nicht einmal möglich ist, Bilder zu verschieben. Das muss man im Dateisystem erledigen. Picasa weiß aber sofort, was verändert wurde.

Man kann Bilder bearbeiten, aber solange die Bilder nicht explizit gespeichert werden, merkt sich Picasa die Bearbeitung und wendet sie bei der Vorschau auch an. Erst wenn man das Bild speichert, werden die Änderungen angewendet und eine Kopie des Bildes in einem versteckten Ordner .picasaoriginals gesichert.

Picasa kann alle Bilder mit Geo-Tags versehen und dafür kann man einen Ort durch Adresssuche in einer Landkarte angeben. Eine herausragende Eigenschaft ist die Gesichtserkennung, die es erlaubt, ein Gesicht in der gesamten Sammlung zu finden und zu katalogisieren. Da man von Bildern und Gesichtern auch Collagen herstellen kann, werden Bilder wie dieses möglich;

Das Bild zeigt einen der talentiertesten Rapid-Spieler, Philipp Schobesberger, auf Knopfdruck hergestellt. Die vielen Schobi-Porträts sucht Picasa  automatisch aus Tausenden Bildern im Hintergrund.

Es gibt ganz sicher bessere Bildverwaltungsprogramme als es Picasa ist, aber die Gewöhnung daran ist so groß, dass ich es weiterhin benutze.

Installation oder Reparatur von Picasa

Die letzte Version von Picasa ist 3.9.138-Build_150. Von der Google-Picasa-Seite kann man sich das Programm nicht mehr herunterladen. Hier gibt es Hinweise, wie bei Google mit den Picasa-Webalben umgegangen wird. Es gibt aber zahlreiche Seiten, die den Download der letzten Version von Picasa anbieten, zum Beispiel hier. Diese Seiten sind aber voll mit Links, die dann etwas ganz anderes installieren und ich war froh, schließlich Picasa gefunden zu haben und nicht irgendein unerwünschtes Programm. Daher habe ich diese Exe-Datei für Clubmitglieder in unseren gemeinsamen Ordner “clubintern” am cc|drive und im OneDrive gespeichert. Picasa gibt es noch!

Geo-Tagging funktioniert nicht mehr!

Eines Tages, ein Schock, denn das Geo-Tagging funktionierte nicht mehr, ein Browserfehler wurde gemeldet. Das genau sind die Momente, die zeigen, wie wichtig die Updates sind. Es schien zunächst kein Mittel gegen diesen Fehler zu geben und man musste sich mit der reduzierten Funktionalität zufrieden geben.

Doch begabte Tüftler haben die Ursache gefunden und wenn jemand – so wie ich – auch noch immer Picasa verwendet und auch bei ihm das Geo-Tagging nicht funktioniert, dem hilft folgender Registry-Eintrag:

HKey_Current_User\Software\Microsoft\Internet Explorer\Main\FeatureControl\Feature_Browser_Emulation

Man fügt ein DWORD (32Bit) "picasa3.exe" mit dem Wert 2af8.
Aus https://productforums.google.com/forum/#!topic/picasa/mHZcTDkUrMQ

Man darf sich nicht vom Begriff “Internet Explorer” irritieren lassen, die Ergänzung funktioniert auch bei anderen Browsern.

Was aber passieren kann ist, dass bei einem Windows-Update dieser Wert gelöscht wird, dann muss man eben den Eintrag noch einmal ausführen.

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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