Blitzgeräte und Drahtauslöser, fehlende Anschlüsse bei Kompaktkameras

Kompaktkameras fehlen zwei früher beim Fotografieren oft genutzte Anschlüsse: der Blitzschuh und der Anschluss für den Drahtauslöser.

Fehlender Blitzschuh

Anstelle des Blitzschuhs kann ein leistungsstarker Blitz (LZ > 40) mit Belichtungsautomatik und mit Servofunktion (Slave) oder zusätzlichem Servoauslöser [ Selbstbauschaltung https://www.mikrocontroller.net/attachment/44252/Hochspannungsz_ndkreis.png ] benützt werden (Blitz einstellen auf die an der Kamera verwendeten Blende und Filmempfindlichkeit), der die Blitzreichweite gegenüber dem eingebauten Blitz vervielfacht z.B. auf 20 m bei 200 ASA und Bl 2,8. Das ist auch vorteilhaft bei indirektem Blitzen über Zimmerwände. Für den Einsatz des Servo-Blitzgerätes wird der in der Kamera eingebaute Blitz auf manuell umgestellt und etwas abgeschwächt. Bei Blitzautomatik sendet die Kompaktkamera 2 Blitze aus, den Vorblitz und den Hauptblitz (kann mit der in PCNEWS 145 Seite 9 beschriebenen Methode gemessen werden). Im Normalfall dient der Vorblitz zum Ermitteln der notwendigen Belichtung, dieser muss aber bei Einsatz des Servo-Blitzgerätes unterbleiben, weil es sonst  noch vor Öffnen des Kameraverschlusses ausgelöst würde. Die korrekte Belichtung übernimmt die Automatik des externen Blitzgerätes.

Fehlender Drahtauslöser

Der Drahtauslöser diente u.a. der erschütterungsfreien Auslösung der Kamera. Wer eine Kamera mit berührungsempfindlichem Bildschirm besitzt findet dann einen Ausweg, wenn die Kamera so einstellbar ist, dass der Berührungspunkt am Bildschirm scharf gestellt wird und gleichzeitig eine Auslösung erfolgt (Touch-Auslöser). In diesem Fall kann die auf einem Stativ befestigte Kamera erschütterungsfrei mit einem Tablet-Eingabestift mit weicher Spitze (Stylus-Pen für Touchscreens) ausgelöst werden. Damit gelingen Fokus-Stack-Aufnahmen, also solche die einen Gegenstand von vorne bis hinten scharf abbilden, weil in einem geeigneten Fotoprogramm dazu mehrere, mit unterschiedlicher Entfernungseinstellung aufgenommene Fotos verwendet werden. In der Praxis heißt das am Besten die Funktion “Bildanzeigedauer nach der Aufnahme” ausschalten und mit dem Eingabestift den Gegenstand im Bild von vorne bis hinten an fünf bis sieben Stellen abtupfen, wobei bei jedem Tupfer eine Aufnahme erfolgt.

Ernst Reinwein

Absolvent HTL für Nachrichtentechnik, beruflich befasst mit vielen messtechnischen Aufgaben, von Untersuchungen an Funktelefonen bis zu Abnahmeprüfungen von Messgeräten für die österreichischen Funküberwachungen. Tätigkeit in inländischen und internationalen Normungsgremien. 2005 als Regierungsrat und Amtsdirektor in den Ruhestand getreten.

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