Funkamateure hatten schon lange vor Google-Maps den Bedarf nach einer einfachen Ortsangabe, weil die Übermittlung des eigenen Standorts für die Bestätigung einer Funkverbindung erforderlich ist.

Die Sprache der Amateurfunker ist eine Kürzelsprache, die sich aus der Telegrafie in Form der dreibuchstabigen Q-Schlüssel (seit 1912) entwickelt hat. In der Telegrafie sparte man wo immer möglich an Klartext, um die Anzahl der mit der Morsetaste zu übertragenden Zeichen möglicht klein zu halten. QSL steht zum Beispiel für Empfangsbestätigung und QTH für die Anfrage oder Bestätigung der Position.

Der QTH-Locator ist nun eine Ortsangabe, die ähnlich wie der Plus-Code aufgebaut ist und in Buchstaben/Zahlenpaaren eine Position angibt. Die besondere Anforderung an diesen QTH-Code war, dass es möglich sein soll, sowohl die Entfernung als auch die Richtung aus einem Codepaar errechnen zu können.

Aufbau des QTH-Locators (Bild Wikipedia)

Das erste System, der QRA-Locator aus dem Jahr 1959 diente vor allem der Positionsangabe von UKW-Stationen. Eine bestimmte Position wiederholte sich mehrfach am Globus, was für den UKW-Funk aber ohne Bedeutung war.

Das System war populär und es entstand der Wunsch, es auch weltweit einsetzen zu können. Daraus entwickelte sich 1982 der Maidenhead-Locator, mit dem man eine Position auf etwa 5km genau angeben kann.

QTH-Locator-Größtfelder in Europa mit Ausschnittvergrößerung des Größtfeldes IO, das die dortigen Großfelder zeigt (Bild Wikipedia)

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