Roaming

Mit der Abschaffung der Roaminggebühren für Gespräche und SMS innerhalb der EU ist die Kommunikation im Urlaub ja wesentlich einfacher und billiger geworden. Bei der Internet-Nutzung gibt es aber nach wie vor Einschränkungen. In den PCNEWS 161 (Juni 2019, http://d.pcnews.at/_pdf/n161.pdf#page=15) ist die Formel zu finden, nach der die Datenmenge für das Roaming berechnet wird. Für 2020 lautet der Wert: M * 0,476 GB. Dabei ist M die monatliche Grundgebühr inklusive Mehrwertsteuer.

Beispiel: HoT fix mit 9,90 € monatlicher Grundgebühr gibt laut Rechnung 4,714 GB, aufgerundet laut Webseite 4,8 GB. ( Weitere Details mit Beispielen: https://europa.eu/youreurope/citizens/consumers/internet-telecoms/mobile-roaming-costs/index_de.htm)

Die Datenmenge kann aber nicht höher sein, als die im Vertrag festgelegte. Und dann gibt es auch Tarife, die kein Roaming versehen, also nur innerhalb Österreichs gelten.

Noch eine Beobachtung: auch wenn an einem Ort 4G vorhanden ist, bekommen Roaming-Kunden manchmal nur einen 2G- oder 3G-Zugang.

Roaming-Fallen

An dieser Stelle sei noch einmal auf die Roaming-Fallen hingewiesen.:

Auf See (zum Beispiel auf einer Fähre), in der Schweiz und natürlich außerhalb von Europa gelten die EU-Roaming-Regeln nicht. Dann kann es richtig teuer werden. Immer wieder werden Beschwerden über extrem überhöhte Roamingrechnungen bekannt. Seitens der Mobilfunkbetreiber wird argumentiert, dass sie nur die hohen Gebühren weiter verrechnen, die ihnen von den ausländischen Partnern vorgeschrieben werden.

In der ORF-Sendung Bürgeranwalt vom 11.01.2020 wurde aber nun ein ganz anderes Bild gezeichnet. Nach einer Roaming-Rechnung von 1.244 € für 58 MB wurde bekannt, dass kanadische Mobilfunkunternehmen nur ein paar Euro pro GByte verrechnet, die aber dann von A1 mit 21.449 Euro pro GB weiter verrechnet wurden. Dr. Schneider (Kanzlei Preisl-Schneider in Dornbirn, http://www.preisl-schneider.at/index.php/home.html) hat auch diesen Fall übernommen.  In der Sendung wurde berichtet, dass es in diesem Fall zu keiner “Kulanzlösung” gekommen ist, sodass der Fall (endlich) vor einem ordentlichen Gericht verhandelt wird. Vielleicht wird jetzt nun einmal geklärt, wie ein Aufschlag von beispielsweise 250.000% (Rechenbeispiel in den PCNEWS-161) rechtlich bewertet wird. Sachwucher? Ich bin kein Jurist, keine Ahnung, wie das zu bezeichnen ist. Das Ergebnis wird jedenfalls interessant!

Zur Erinnerung: HoT und Spusu bieten Einstellungen an, die unangenehme Überraschungen verhindern (Details dazu in den PCNEWS 161. Andere Betreiber behaupten zwar auch, ihre Kunden zu schützen., meinen aber offenbar nur die 60 €-Sperre. Nur bei HoT und Spusu habe ich auf der Webseite Einstellmöglichkeiten gefunden). Die automatische Sperre bei Kosten von über 60 € (https://www.rtr.at/de/tk/TKKS_Sperren#c29049) ist auch nicht besonders hilfreich:

  • Hat der Kunde die Sperre ausgeschaltet? (Wird offenbar gerne behauptet.)
  • Bitte nachrechnen: bei (beispielsweise) 20 000 € pro GB entsprechen 60 € gerade einmal 3 MB und die sind schon bei bescheidenen 6 Mbit/s in längstens 5 Sekunden erreicht.

Und noch einmal: die Regulierungsbehörde muss endlich ein Durchgriffsrecht erhalten, um diese Preistreiberei abzustellen. Da sind unsere Politik und der Gesetzgeber gefordert!

WLAN im Hotel

Inzwischen bieten in Griechenland nicht nur Hotel, sondern auch kleinere Unterkünfte und Restaurants für ihre Gäste einen kostenlosen WiFi-Zugang an. Die Bandbreite ist oft nicht berauschend. Ein paar E-Mails checken oder senden ist meistens nicht das Problem. Aber wenn am Abend alle Gäste ihre Fotos nach Hause schicken und mit ihren Up– und Downloads beginnen, ist die Datenrate sehr unbefriedigend.

Griechische SIM-Karte fürs Internet

Probieren wir es damit: wir kaufen eine „Prepaid-Karte“. Vor der Aktivierung wird ein Ausweis (Reisepass oder Personalausweis) verlangt. Der Rest ist unkompliziert. Die Anzahl der unterschiedlichen Tarife ist aber ganz schön verwirrend: immer auf „Prepaid“ und „Data“ oder „Internet“ achten. „Plans“, „Contracts“ sind Verträge mit fixer Monatsgebühr für längere Zeit., „Aufladen“ steht unter „Top Up“.

Und natürlich gibt es auch hier Tarife, mit denen ein Internet-Zugang recht teuer kommt.

Erfahrungen aus 2019

Ein gutes Angebot

MyQ ist eine Tochterfirma von WIND (https://www.myq.gr/ ). Im Sommer 2019 gab es spezielles Angebote:

  • 5 GB (und zusätzlich 2 GB bei Online-Aktivierung) um 7 € für 15 Tage.
  • 8 GB (und zusätzlich 2 GB bei Online Aktivierung) um 10 € für 30 Tage.

Das Sommer-Spezial-Angebot war auf der Webseite recht gut versteckt.

Ein paar Erlebnisse:

Ich habe schon damals beabsichtigt, einen Beitrag für die PCNEWS zu schreiben und gleich zwei Karten besorgt: eine kam als zweite Karte ins Mobiltelefon (immer Mobiltelefone mit zwei Slots für SIM-Karten kaufen!), die andere in einen mobilen Access-Point. Die anderen Familienmitglieder konnten diesen Access-Point nutzen, da dieser ein WLAN bereit stellt.

Eines der Geräte hat beschlossen, ein Update übers WLAN zu holen. Am nächsten Morgen war das Datenguthaben aufgebraucht. Tja – immer alle Möglichkeiten vorher berücksichtigen.

Also laden wir die Karte auf. Geht ja ganz bequem übers Internet, oder? Noch einmal 10 € über die Kreditkarte aufgebucht und schon sollten wieder 10 GB zur Verfügung stehen. Irrtum – diese Preisangabe war ohne Mehrwertsteuer und die aufgeladenen 10 € haben damit nicht gereicht.  Was lernen wir daraus: immer nachschauen, ob inklusive „VAT“ (Mehr­wert­steuer) dabei steht.

Na gut, dann eben noch einmal aufladen. Aber nun kommt eine neue Fehlermeldung (sinngemäß): “Die Anzahl der zulässigen Aufladungen übers Internet ist erreicht.” Siehe Bild 2. Wer kommt schon auf so etwas?

Nun, im Süden von Kreta gibt es keinen WIND-Store. Bei den Rubbelkarten muss man die richtige erwischen, sonst gilt sie natürlich nicht. Aber es gibt eine recht intelligente Lösung: in einem kleinen Laden in Χώρα Σφακιών wird online ein Gutschein ausgedruckt, der die Nummer zum Aufladen enthält. Siehe Bild 1. Die Gutscheine können für alle Anbieter gekauft werden. Also: eine Gutschein für 10 € plus Mehrwertsteuer plus 0,50 € Ausstellungsgebühr. Ok – jetzt funktioniert der Internetzugang wieder.

Andere Angebote

Ein interessantes Angebot von WIND (https://www.wind.gr/, 2019), “SimpleFi On the go without contract” (Übersicht: https://prepaid-data-sim-card.fandom.com/wiki/Greece):

  • 2 GB um 5 € für 30 Tage
  • 15 GB um 10 € für 30 Tage
  • 15 GB um 15 € für 60 Tage
  • 30 GB um 25 € für 90 Tage

Und 2020?

MyQ

Ob es ein vergleichbares Angebot von MyQ auch 2020 geben wird, ist derzeit (Anfang Februar 2020) noch nicht bekannt.

WIND

WIND bietet im Jänner 2020 wieder “SimpleFi On the go without contract” an. (Details: https://www.wind.gr/en/for-individual/simplefi/simplefi-on-the-go-without-contract/)

  • Um 18 € (inklusive Mehrwertsteuer) gibt es die SIM-Karte, ein Handbuch und einen Gutschein für die Internetnutzung 20 GB für 60 Tage.

Auch diese SIM-Karte kann wieder aufgeladen werden: in den WIND-Geschäften, mit einem Gutschein, der auch in kleinen Läden erhältlich ist und Online mittels einer Kredit- oder Debitkarte10 oder über PayPal.(Unsere beliebte “Bankomat-Karte” wird zur Debit-Karte. Einige Banken sind bereits mitten in der Umstellung. Die Maestro-Debitkarten können wie Bankomatkarten verwendet werden und können mit ihrer 16-stelligen Nummer zusätzlich auch auf den Webseiten verwendet werden, auf denen eine Kreditkarte erwartet wird. Debit-Karten können auch nicht überzogen werden – ein Vorteil beim Verlust oder bei einer missbräuchlichen Verwendung.)

Vielleicht kommen noch ein paar interessante Angebote dazu – ich werde dann gerne wieder darüber berichten.