40 Jahre MUPID

1982 erblickte MUPID, eine Entwicklung der TU-Graz unter der Leitung von Professor Hermann Maurer, das Licht der Welt. Zwar ist MUPID schon seit Jahrzehnten im Museum, doch seine früheren Nutzer sind immer noch im MCCA aktiv. Im Dezember erreichte die Mitglieder ein Brief, in dem unter anderem auf das neue Dokumentenformat NID (NetInteractive Documents) hingewiesen wird.

Rückblick

1982 wurde das österreichische Bildschirmtextsystem BTX aus der Taufe gehoben und zeitgleich der MUPID (Mehrzweck Universell Programmierbarer Intelligenter Decoder) der Öffentlichkeit vorgestellt. Das intelligente BTX-Endgerät war ein Vorläufer unserer heutigen PCs, und das BTX-System ein Vorläufer des Internet.

Telefon, Fernseher und MUPID. Im Bild das mit Blockgrafik symbolisierte FZA (Fernmeldetechnisches Zentralamt) im Arsenal

Dieses erste öffentliche Datenkommunikationssystem war noch kein Netz der Netze, sondern es gab einen Zentralrechner, der alle Informationen speicherte. Wählleitungen mit Geschwindigkeiten von 1200/75 Bit/s oft nur mit Akustikkoppler waren damals Standard. Um trotz dieses Nadelöhrs ansprechende Bilder auf den Bildschirm zu zaubern, nutze man einen grafisch angereicherten Code, der in ähnlicher Form immer noch im Teletext verwendet wird.

1983 formierte sich eine Vereinigung der Anwender und Betreiber von BTX-Seiten in Form des MCCA (1983 Mupid Computer Club Austria, heute Multi Computer Communications Austria) und ist damit um drei Jahre älter als ClubComputer (früher PCC-TGM). Der erste Obmann war Helmut Schlögl, heute Obmann des Computer-Club Retz.

Aber aus der Sicht der EDV auf HTLs geht es noch weiter zurück, denn mit dem ersten Apple II gründete Martin Weissenböck bereits Ende der 1970er Jahre die AUGA (Apple User Group Austria).

ClubComputer entstand 1986 in der Hochblüte des BTX und in Ausgabe 12 der PCNEWS wurde ein Verzeichnis aller BTX-Nummern unserer Mitglieder veröffentlicht, und es wurde auch dafür geworben, sich dem BTX-Dienst anzuschließen.

Unter dem Druck des allgegenwärtigen IBM-PC wurde die Produktion des MUPID 1989 eingestellt, aber man konnte über BTX-Karten einen PC BTX-tauglich machen. Schließlich wurde der BTX-Dienst im Jahr 2000 eingestellt.

Das Ende des BTX-Systems bedeutete aber nicht auch das Ende des MCCA, denn der besteht immer noch und kooperiert mit der Grazer Softwareschmiede von Professor Maurer, dem Vater des MUPID.

Austria-Forum

Der Verein „Freunde des Austria-Forums“ betreibt das Austria-Forum, eine Art österreich-zentrierte Wikipedia unter dem Motto „Das Wissensnetz aus Österreich“. Das Austria-Forum ist der Nachfolger der populären Seite AEIOU.

Man kann im Austria-Forum wie in der Wikipedia im Volltext suchen aber auch systematisch in Kategorien. Diese sind AEIOU, Allgemeinwissen, AustriaWiki, Bilder, Biografien, Bundesländer, Community, Essays, Europa, Geography, Kunst / Kultur, NID, Natur, Suchhilfe, Unternehmen, Videos, Web-Books, Wissenschaft und Wirtschaft.

Auf jeder Seite des Austria-Wiki steht, wann der Artikel erstellt wurde und bei Kategorien wie dem NID auch, wie viele Dokumente die umfasst. Bei NID sind es mehr als 30.000 Objekte (zum Vergleich in der Kategorie AustriaWiki mehr als 400.000 Objekte).

NID

Im eingangs erwähnten Brief des MCCA wurde auf die NID (NetInteraktive Dokumente), eine Neuerung im Austria-Forum, hingewiesen.

Wesentlich für das Format NID ist, dass Betrachter eines Objekts (Text, Video, Bild, Ton, Links) sich über das Dokument selbst austauschen können und alle neuen Betrachter diese Diskussionen sehen und sich daran beteiligen können. Es ist eine dokumenten-zentrierte Diskussionsmöglichkeit.

In über 250 Büchern kann man das NID-Format untersuchen. Beispiel

Das grüne Juwel, Der Türkenschanzpark und seine Denkmäler; Manfred Welan und Peter Witsche
Man kann das Dokument als PDF downloaden oder interaktiv im Buch lesen. Im folgenden Bildbeispiel sieht man eine Diskussion rund um das Wort „Belagerungen“. Folgt man diesem Link, erfährt man, dass in Wien im letzten Jahrtausend 24 Belagerungen gezählt werden.

Beispiel aus einem Buch über den Türkenschanzpark

Büchersammlung im Austria-Forum

In der Büchersammlung des Austria-Forums finden sich mehr als 10.000 Bücher, darunter auch zum Thema „Covid“. Beispiel: „War der Coronavirus-Lockdown notwendig?“. Man kann das Buch sowohl online lesen als auch als PDF downloaden.

MCCA

Der MCCA betreibt seit 1989 eine Homepage, und diese hat seit diesen ersten Tagen immer dasselbe Aussehen.

Erste Version der Homepage des MCCA vom 4. Dezember 1989
(aus dem webarchive.org)

Titelbild aus MUCH („Museum unseres Computer Hinterhofs“) der TU-Graz

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