Mein langjähriger Kollege und PCNEWS-Autor Walter Riemer klagt über nicht zufriedenstellende Netzwerkverbindungen zwischen seinen Arbeitsstationen im Haushalt.

Im Netzwerkkurs von Christian Zahler, der in abgeschlossenen Einheiten in der PCNEWS abgedruckt wird, wurde die Möglichkeit angesprochen, sich mit Tools über den Zustand eines (Heim-)Netzwerks zu informieren.

Das brachte mich auf die Idee, dass man mit einem solchen Portscanner eventuelle Freigaben (oder fehlende Freigaben) informieren könnte. Folgende Produkte habe ich ausprobiert:

Download und Dokumentation

Die Liste aller Ports mit weiter gehenden Links zu den einzelnen Protokollen findet man in der Wikipedia.

Alle Scanner erlauben die Speicherung eines beobachteten Zustandes für einen späteren Vergleich im Falle einer Fehlersuche.

Superscan

In zwei Feldern gibt man Anfang und Ende des Scan-Bereichs an und kann auch den häufigsten Fall, 1..254 voreinstellen. Superscan zeigt die gefundenen Geräte in einer Liste an,

und wenn man mehr wissen will, expandiert man diese Liste.

Superscan zeigt die freigegebenen Ports sehr deutlich an.

Advanced Port Scanner

Die Benutzung des Portscanners ist ganz einfach. In der Adresszeile gibt man die Start und die Endadresse des zu scannenden Netzwerks an. In den Einstellungen kann man die Scan-Geschwindigkeit angeben. Nach einem Klick auf “Start” erhält man eine Liste aller am Netzwerk beteiligten Geräte.

Für jedes Gerät bekommt man eine tabellarische Kurzinformation, bestehend aus IP-Adresse, dern Hersteller, die MAC-Adresse, den Benutzer und der verwendeten Ports. In einem getrennten Kasten gibt es weitergehende Informationen zu jedem Gerät. Interessant ist, dass man hier auch alle Freigaben eines Computers sieht, was für Verbindungprobleme hilfreich sein könnte.

Weiters ist interessant, dass sich dieser Portscanner zu jedem der angezeigten Hosts über ein (optionales) Programm “Radmin” verbinden kann. Radmin ist in einem eigenen Download als 30-Tage-Testversion erhältlich.

Mein Favorit ist der Advanced Port Scanner, weil er ausreichend einfach ist und mehr Informationen über die einzelnen Geräte bekannt gibt, etwa den Hersteller, den Benutzer und auch alle Freigaben bei einem Gerät.

nmap

Nmap dürfte der berühmteste Portscanner sein, er hat es schon in mehrere Filme geschafft. Ich war gespannt, was er mit seinen immerhin 80MB im Vergleich zu den beiden anderen kann. Das Ergebnis: Für Freunde der Kommandozeile und spannender Ergebnisse ist dieser Scanner ideal, für einen raschen, unkomplizierten Überblick eher nicht.

Zenmap heißt die Windows-Oberfläche, die nach den jeweiligen Einstellungen eine Kommandozeile komponiert und diese bei einem Klick auf “Scan” ausführt.

Das Programm findet zwei Port mehr als zum Superscan und listet außerdem penibel alle Dienste auf, die auf dem Rechner über einen Port kommunizieren.

nmap ist ein Ferrari unter den Portscannern aber ebenso wie dieser nicht leicht zu fahren. Mit diesem Programm lernt man gleichzeitig Netzwerktechnik auf dem Niveau der niederen OSI-Levels. Und dass das nicht ganz so einfach ist, sieht man daran, dass man zu diesem Programm auch ein Buch kaufen kann, das die verschiedenen Techniken genau beschreibt.

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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