Nachlese nach dem Clubabend vom 3.9.2019, vorgetragen von Roman Korecky. Dieser Text ist ein Gedächtnisprotokoll und beschreibt nicht die vielen Details, die Roman bei seinem Vortrag erklärt und demonstriert hat.

Damit wir auch selbst eine Virtualisierung nach Anleitung vornehmen können, hat Roman ein 31-seitiges Handbuch zur Verfügung gestellt, Das Handbuch enthält auch Screenshots aus dem Vortrag. Mitglieder finden das Dokument 2019-09-03 Einführung in Hyper-V.pdf im Ordner “clubintern” sowohl am cc|drive als auch am onedrive.

Ich habe die Installation nach den Anweisungen von Roman durchgeführt, hier die Zusammenfassung.

Wer braucht Virtualisierung?

Wer bisher einen zweiten Rechner für bestimmte Projekte verwendet hat, wer eine Festplatte partitioniert hat, um ein zweites Betriebssystem zu starten, der sollte wissen, dass Windows die Fähigkeit besitzt, mehrere Rechner in Windows zu betreiben.

Wir sollten aber an dieser Stelle auch einen Blick auf Rechenzentren werfen (auch ccc.at unser Internet-Provider betreibt ein solches Rechenzentrum). Hier gibt es es Webserver, DomainController, MailServer (redundant), Datenbank-Server, DN-Server… Diese Server sind heutzutage nicht in Hardware ausgeführt, sondern sind alle virtualisierte Rechner. Mit dieser Technik wird die Wartung dieser Serveranordnungen extrem vereinfacht.

Blicken wir aber auch auf unseren kommenden Clubabend “Azure”. Azure ist fernkonfigurierbare Rechenpower in der Cloud. Jeder Rechner, den man derzeit auf seinem eigenen Arbeitsplatz betreibt, kann auch in die Cloud ausgelagert werden. Tut man es, wird es unwichtig, welche Hardware man selbst betreibt. Jedes Tablet, jeder PC oder sogar ein Handy eignen sich zum Administrieren des Rechers in der Cloud. Diese Cloud-Rechner in der Azure-Umgebung sind ebenso virtualisierte Rechner.

Hyper-V

Die Virtualisierung unter Windows heißt “Hyper-V”.

Die Virtualisierungsschicht nennt man “Hypervisor”, und daraus leitet sich der Name “Hyper-V” ab. Es ist ein Konzept, das auf das Jahr 1973 (!) zurückgeht Im Literatur-Verzeichnis von Romans Skriptum findet man einen direkten Link zu diesem historischen Dokument.

Wir sollten als Windows-User wissen, welchen Vorteil man mit Hyper-V hat. Hyper-V ist ein “Typ-1”-Virtualisierer. Dieser ist eine betriebssystemunabhängige Software-Schicht, die direkt auf der Hardware aufsetzt. Die virtualsierten Betriebssysteme folgen auf dieser Schicht. Während der Installation von Hyper-V wir also auch jenes Windows-Betriebssystem, auf dem man Hyper-V aktiviert hat, wird im Zuge dieser Installation zu einem virtuellen Betriebssystem. Der Vorteil dieser Technologie ist eine hohe Performance.

Die “Typ-2”-Virtualisierer ändern nichts am bestehenden Betriebssystem und setzt wie ein Programm darauf auf. Das hat einerseits gewisse Vorteile im Zusammenspiel mit der Hardware, doch nachteilig sind die Performance-Einbußen.

Voraussetzungen

Damit Hyper-V auf einem PC ausgeführt werden kann, müssen folgende vier Voraussetzungen gegeben sein.

  • 64-Bit-Prozessor mit Second Level Address (ist für die aktuellen CPUs gegeben)
  • CPU-Unterstützung für VM Mode Extension (ist eventuell in den BIOS-Einstellungen zu aktivieren)
  • 4GB Hauptspeicher als Minimum, es sollten mindesten 8 GB sein (der PC von Roman verfügte über 32 GB Hauptspeicher)
  • 64-Bit-Version von Windows Professional.

Preiswerte PCs und Notebooks sind in der Regel mit Windows 10 (früher hieß es Windows 10 Home) ausgestattet, und dieses System genügt nicht, man muss einen Upgrade auf Windows 10 Professional durchführen. Start -> Einstellungen  > Update und Sicherheit  > Aktivierung -> Product Key aktualisieren. (Upgrade-Keys gibt es bei Amazon um 40,- Euro.)

Diese Aktivierung erfolgt sehr rasch, offenbar sind alle Komponenten der Professional-Version ohnehin bereits am Rechner vorhanden, sind aber nur nicht über die Bedienungsoberfläche ansprechbar.

Aktivierung

Hyper-V ist auch in der Professional-Version nicht sofort verfügbar, man muss es unter Start -> Einstellungen -> Apps -> Programme und Features -> Windows Features aktivieren -> Hyper-V aktivieren. Der Start in die virtuelle Welt erfolgt mit mit dem Hyper-V-Manager, mit dem man virtuelle Rechner, virtuelle Festplatten und Netzwerkressourcen anlegen kann.

Schnelleinstieg

Es ist keine Hexerei, einen virtuellen Rechner anzulegen, aber es sind doch einige Entscheidungen zu treffen, die wir bei Romans Demonstration vorgestellt bekamen und die man in Romans Handbuch im Ordner clubintern nachlesen kann.

Es gibt aber den sehr praktischen Punkt “Schnelleinstieg”. Hier kann man ein Betriebssystem installieren, ohne sich um die Einstellungen kümmern zu müssen:

Lizensierung

Die Lizensierung von Serverbetriebssystemen wird in Romans Handbuch genau beschrieben. Für uns interessant ist die Lizensierung eines Windows 10 Systems, das man als virtuelles System in einem Windows 10 installiert. Die kurze und erfreuliche Antwort ist die, dass ein Windows 10, das man auf einem Windows 10 Professional Hostbetriebssystem in eine virtuelle Maschine installiert, automatisch aktiviert wird.

Windows 10 ISO-File

Von wo aber bekommt man ein Windows ISO-File, das man für die Installation von Windows in eine virtuelle Maschine benötigt?

Microsoft bietet auf der Seite
https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10ISO
einen Download der ISO-Datei an. Aber Achtung: wenn man diese Adresse auf einem Windows-Rechner im Browser eingibt, landet man auf
https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10
Diese Seite bietet einen Download mit dem Media Creation Tool an, weil die Webseite feststellt, dass man sich auf einem Windows-Rechner befindet und daher dieses Tool installieren kann.

Download mit dem Media Creation Tool

Das Media Creation Tool unterstützt eine Vorkonfiguration (Sprache – Version – Architektur), kann Windows aktualisieren, auf ein Speichermedium oder eben in eine ISO-Datei speichern. Hier der Dialog mit dem Windows Creation Tool.

Donwnload mit dem Chrome Browser

Hätte man die erstere Adresse (…windows10ISO) von einem Linux- oder Apple-Rechner geöffnet, hätte man den direkten Download der ISO-Datei angeboten bekommen. Als Benutzer eines Windows PC kann man das aber auch, man muss nur der Microsoft-Seite einen anderen “User-Agent” vortäuschen. Am Google Chrome-Browser funktioniert das so:

  • Neue Chrome-Browser-Instanz öffnen
  • Ctrl-Shift-I schaltet den Entwicklermodus ein
  • Network -> Console-Tab -> Network conditions -> User Agent -> “Safari Mac”

Jetzt besucht man die Seite (erster Link) und kann die ISO-Datei direkt herunterladen.

Wir bedanken uns bei Roman für die detailreichen Ausführungen und für das umfangreiche Skriptum zum Nachlesen.

Franz Fiala

Präsident Clubcomputer / Herausgeber PCNEWS bei ClubComputer.at
Franz ist pensionierter HTL Lehrer (TGM), Präsident von ClubComputer, Herausgeber der Clubzeitung PCNEWS und betreut unser Clubtelefon und Internet Support. Er ist leidenschaftlicher Rapid Wien Fan.

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